Bauverbot-Thesen und „Einfach anders wohnen“: weichgespült oder subversiv?

Bauverbot-Logo und Buchcover

Wer den Bauverbot-Blog verfolgt und sich über klare Worte gegen Neubau freut, den wundert womöglich die Ankündigung des Ratgebers „Einfach anders wohnen“: Tipps für ein entspanntes Zuhause, wo bleibt da die harte Linie, fragt mancher; werden die radikalen Thesen weichgespült? Als Antwort im Folgenden drei Verbindungen zwischen „Verbietet das Bauen“ und „Einfach anders wohnen“.

Erstens ist das Persönliche auch politisch: Diese Erkenntnis motivierte bereits Weiterlesen

Kein City-Outlet in Dinkelsbühl

Ley Outlet Bad Münstereifel

In Bad Münstereifel haben Investoren die alten Häuser zu Outlets für Modeläden umgebaut, wie hier zu sehen: Zwischen dem Outlet im Altbau und der historischen Stadtmauer (ganz links) erkennt man den Neubau, mit dem die Shopping-Fläche etwas versteckt erweitert wurde. Foto: Daniel Fuhrhop.

Die Altstadt von Dinkelsbühl wird nicht zum Outlet, wird nicht zur Shopping-Kulisse wie in Bad Münstereifel – der Stadtrat hat das City-Outlet einstimmig abgelehnt!

Mehr dazu bei den Dinkelsbühler Altstadtfreunden.

Im Grätzlhotel Wien übernachten und das Crowdfunding für „Einfach anders wohnen“ unterstützen

Raum im Grätzlhotel Wien

Grätzlhotel-Zimmer bei der Lampenschirmmacherin, (c) Heidrun Henke.

Planen Sie 2018 eine Fahrt nach Wien? Dann übernachten Sie im Grätzlhotel, schicken Zimmern in einst leerstehenden Ladenlokalen – und unterstützen damit das Crowdfunding für „Einfach anders wohnen“. Da es in dem Ratgeber um Platz schaffen und Platz besser nutzen geht, kommt das Grätzlhotel vor: Die letzten 3 von 66 Raumwundern handeln davon, wie man „einfach anders unterwegs“ sein kann, nicht in Bettenburgen aus Beton, sondern an originellen Orten in früher leerstehenden Räumen. Dazu zählt das Grätzlhotel in Wien mit inzwischen 21 Ladenlokalen im Grätzl, also im Stadtviertel. Die Räume bergen Erinnerungen an die früheren Einzelhändler, an den Elektriker, den Lampenladen, die Bäckerei. Einige Fotos als Vorgeschmack hier, mehr dann bei Ihrer Fahrt – drei Übernachtungen hat das Grätzlhotel Weiterlesen

Das Entrümpelungspaket von „Einfach anders wohnen“

Auf unterhaltsame Weise Entrümpeln: Dabei hilft das „Entrümpelungspaket“, unter anderem mit 35 Spielkarten – Aktionskarten – Schrottkarten – Selbsttest-Karten… Bestellen kann man es nur beim Crowdfunding für den Ratgeber „Einfach anders wohnen“, das derzeit läuft. Was es in dem Paket gibt, sieht man im kurzen Film:


Zum Oekom-Crowdfunding samt Entrümpelungspaket geht es hier.

Das dritte Buch: Crowdfunding-Start für „Einfach anders wohnen“

Ein persönlicher Ratgeber dazu, wie man Platz schaffen und Platz besser nutzen kann, wird das dritte Buch von Daniel Fuhrhop, und es soll im März 2018 im Oekom Verlag erscheinen. „Einfach anders wohnen“ zeigt 66 Raumwunder von der Schublade bis zum Stadtviertel, für ein entspanntes Zuhause, lebendige Nachbarschaft und grüne Städte – natürlich ohne Neubau. Bitte unterstützen Sie, dass dieser Ratgeber reich bebildert wird in durchgängig vierfarbigem Druck: Es gibt schöne Bilder von Kompaktmöbeln und Tiny Houses, von gemeinschaftlichen Wohnformen und lebendiger Nachbarschaft, doch das kostet mehr als ein reines Textbuch. Darum bittet der Oekom Verlag auf seiner eigenen Crowdfunding-Plattform um Unterstützung durch Vorbestellungen. Neben dem Buch selbst gibt es Postkarten, das exklusiv nur dort bestellbare Entrümpelungspaket sowie dreimal je eine Übernachtung im Grätzlhotel Wien, schicken Räumen in einst leerstehenden Ladenlokalen.

Alle das ab jetzt auf www.oekom-crowd.de/projekte/anders-wohnen/

Den Trailer sehen Sie auch hier – teilen Sie die Nachricht mit anderen und helfen Sie mit:


Zum Oekom-Crowdfunding geht es hier.

„Kein Stadtviertel wird zurückgelassen“ im Diercke Geographie-Lehrerband… und wo zu viel gebaut wird

Cover Lehrerband

Zwei Meldungen zur regionalen Ungleichheit, zur Spaltung in boomende und schrumpfende Regionen: Der Diercke-Verlag, bekannt durch den Atlas, hat jetzt in seinem Geographie-Lehrerband einen Text von mir nachgedruckt, der in der taz zur Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten erschienen war: „Kein Stadtviertel wird zurückgelassen“ vergleicht Wahlergebnisse in einst industriell geprägten Gegenden in den USA rund um Detroit mit denen in Mannheim und Pforzheim bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg 2016. Meine These: Wenn Stadtviertel und Regionen zurückgelassen werden und sich die regionale Ungleichheit erhöht, stärkt das populistische Parteien. Manche Ergebnisse der Bundestagswahl haben das deutlich bestätigt.

Was hilft den schrumpfenden Gegenden, den Kleinstädten und dem Land? Dazu Weiterlesen

Interview zu „Verbietet das Bauen“ im BUND-Jahrbuch „Ökologisch Bauen und Renovieren“

Cover Jahrbuch

244 Seiten umfasst das neue Jahrbuch 2018 Ökologisch Bauen und Renovieren vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), auf 8 Seiten findet sich ein Themenschwerpunkt zu Ökobilanzen: Mit dem Beispiel eines Strohballenhauses , mit Grundlagen der dreistufigen Energiebilanz und einem Rechenbeispiel, das auch in Kapitel 6 von „Verbietet das Bauen“ zu finden ist, und dazu passend mit einem Interview mit Daniel Fuhrhop zu den Reaktionen auf die Bauverbot-Thesen.

Mehr zum Jahrbuch Weiterlesen

Beitrag gegen Neubau in der „Huffington Post“

Screenshot HuffPost

Das Semester beginnt, Studierende suchen Wohnungen, aber hilft dabei Neubau? Wohl kaum, wenn man ihn genauer anschaut, die bodentiefen Fenster und die Überwachungskameras – dies und mehr nun im Artikel von Daniel Fuhrhop in der HuffingtonPost.
Meine Texte im Überblick auf der Webseite.

Kein Abriss am Marktplatz: Oldenburg stoppt Neubaupläne

Foto Marktplatz Oldenburg

Cafés laden zum Sitzen, Trinken und Plauschen ein am Oldenburger Marktplatz. Ganz links das Rathaus, daneben der Eingang zur Pistolengasse. Alle Fotos: Daniel Fuhrhop.

Ein halber Häuserblock sollte verschwinden, doch die Oldenburger protestierten laut: Zu monoton wirkte der Entwurf für den massiven Neubau direkt am Marktplatz. Nun machten die Investoren einen Rückzieher, und die vorhandenen Häuser der 1970er Jahre bekommen eine Chance auf ein weiteres Leben und eine Modernisierung. Sie sind vielleicht nicht die schönsten am Platz, doch muss man sie deshalb nicht gleich abreißen – neue und nicht verspiegelte Fenster würden schon helfen.

Verhindert wurde damit außerdem eine neue Verkaufsfläche von 5.000 Quadratmetern, das sind so viel wie das örtliche C & A Modehaus und der Saturn-Medienmarkt zusammen! Wie sehr bereits durch das neue Shopping-Center der lokale Handel gestört wird, stand Weiterlesen

Perspektiven einer Willkommensstadt – Beitrag im Tagungsband „Zukunft Migration“

Cover Buch Zukunft Migration

„„Wir müssen jetzt schnell, viel und billig neu bauen“ heißt es seit dem Zuzug vieler Flüchtlinge im Herbst 2015. Zweifellos ist es eine Herausforderung für alle Städte, Flüchtlinge gut unterzubringen. Aber wenn wir nun über langfristige Lösungen nachdenken, mit denen Integration gelingt, dann sicher nicht mit massenhaftem Neubau von großen Siedlungen nur für Flüchtlinge. Das zeigt ein Blick in die Geschichte.“

Mit diesen Worten beginnt mein Beitrag „Perspektiven einer Willkommensstadt“ in dem Band „Zukunft Migration“, einer Tagungs-Dokumentation der Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen, veröffentlicht in deren JBZ Arbeitspapieren Nr. 37. Die Tagung hatte am 1./2. Dezember 2016 in Salzburg stattgefunden, und ähnlich wie bei meinem Vortrag dort schaut auch der Text im nun veröffentlichten Buch auf zwei historische Epochen: Die Nachkriegszeit mit über zwölf Millionen Deutschen, die als Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten Europas zuwanderten – und die 1960er Jahre mit den damals bezeichnenderweise so genannten „Gastarbeitern“. Ein Fazit: Weiterlesen

Leserbrief zu Wohnungstausch in der Immobilien Zeitung

Immobilien Zeitung Ausschnitt

Und die Erde bewegt sich doch: Zwar scheint es manchmal, als lasse das Dogma des Neubaus keinen Platz für Ideen, mehr Wohnraum in Altbauten zu mobilisieren – doch nun bieten Handlungen und Forschung Anlass zur Hoffnung. Um es von hinten zu erzählen, ist das Thema dieses Blogbeitrags ein Leserbrief in der Immobilien Zeitung, in dem ich ein Beispiel für gelungenen Wohnungstausch bei der Wohnungsgesellschaft in Herford schildere. Das richtet sich gegen eine etwas abschätzige Bemerkung in einem ansonsten sehr lesenswerten Artikel in der Weiterlesen

Die Bücher sind da – Feier für 100 arabische Bücher für die Stadtbibliothek Oldenburg

Regal

Neugierige Blicke fallen auf das Regal mit den ersten arabischen Büchern, und kurz danach geht es los mit dem Entleihen. Foto: Stadtbibliothek Oldenburg.

Es ist geschafft: die ersten 66 arabischen Bücher stehen in der Stadtbibliothek Oldenburg und können entliehen werden, frei nach dem Motto „die Muttersprache pflegen und dadurch auch Deutsch besser lernen“, denn diesen Zusammenhang haben Sprachwissenschaftler herausgefunden.

Die Nord-West-Zeitung hat hier berichtet.

Bilder früherer Aktionen finden Sie, indem Sie auf der Webseite Weiterlesen

Feier für 99, 100, … arabische Bücher für die Stadtbibliothek Oldenburg

Flyer Spendenaktion

Seit einigen Monaten läuft die von mir initiierte Spendenaktion mit dem Ziel, erstmals „100 arabische Bücher für die Stadtbibliothek Oldenburg“ bereitzustellen und dafür mindestens 2.000 Euro zu sammeln. Das soll auch dazu dienen, dass arabische Muttersprachler besser Deutsch lernen: Wer die Muttersprache besser beherrscht, lernt die Fremdsprache besser, haben Sprachwissenschaftler herausgefunden (mehr dazu im Willkommensstadt-Buch). Nun lag der Kassenstand vor kurzem bei 1.975 Euro, womit etwa 99 Bücher finanziert wären! Darum laden wir zur Feier ein:

Am Dienstag, den 24. Oktober 2017, werden die ersten etwa sechzig arabischen Bücher präsentiert. Es wird ein Text in Arabisch und Deutsch gelesen, und der syrische Komponist Rami Chahine singt ein arabisches Lied.
Ort: Stadtbibliothek Oldenburg im PFL, Peterstraße 3, 26121 Oldenburg, siehe Webseite.

Diese Einladung dient auch dazu, weiter zu sammeln – nicht nur das 100. Buch, wofür etwa 20 Euro nötig sind, sondern das Buchregal soll sich weiter füllen. Dazu muss man wissen, dass die Gleichung zweitausend Euro = hundert Bücher gerundet ist, faktisch bestellt die Weiterlesen

Bauwut-Bilanz vor der Bundestagswahl

Logo Wahl und Bauverbot

Was hat die vergangene Parlamentsperiode beim Bauen und Wohnen gebracht – besseren Schutz von Altbauten, stärkere Förderung von Umbau, klare Ideen für weniger Flächenverbrauch etwa durch Wohnungstausch, Umzugsprämien und ein Programm für gemeinschaftliches Wohnen? Ach nein, das alles fehlt, stattdessen ging es Schlag auf Schlag mit Gesetzesänderungen für mehr Bauwut. Der Zuzug vieler Flüchtlinge bot den Anlass, §246 des Baugesetzbuches vorerst bis 2019 zu ändern: Nachbarrechte werden beim Bau von Unterkünften eingeschränkt, und das Bauen für Flüchtlinge wird fast überall möglich (siehe Willkommensstadt-Buch, Seite 43 ff.).

Dann kam der Doppelschlag für mehr Neubau vor den und in den Städten – nach der Änderung des §13 b durch die große Koalition darf nun im sogenannten Außenbereich schneller gebaut werden, und die neuen „urbanen Gebiete“ sollen das Verdichten (sprich: Zubauen) innerhalb der Stadtgrenzen erleichtern (mehr dazu hier auf dem Blog).

Immerhin ein Übel ist uns bislang erspart geblieben, es gibt Weiterlesen

Hausbau ohne Geld: Ist es wieder so weit?

Postbank Werbung

Neulich prangte in der Postbank Oldenburg eine Werbung , die Hauskauf auch ohne Eigenkapital (!) anbietet. Das passt zum Jubiläum zehn Jahre Finanzkrise 2007, die nicht zuletzt durch unzählige Hauskredite an Leute ohne Geld entstand. Wer sich wundert, dass die einst so seriöse Postbank derart wirbt, der sei daran erinnert, dass sie mittlerweise Weiterlesen

Die „Süddeutsche Zeitung“ und eine vermeintlich egoistische Bürgerinitiative aus Bremen

Streithammel Skulpturen

„Streithammel“ heißen diese Skulpturen von Peter Lehmann. Foto: Daniel Fuhrhop.

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung attackiert eine Bremer Bürgerinitiative pro Grün: Schon der erste Satz wirft das Neubaudogma in den Raum und lautet „Bremen braucht dringend neue Wohnungen“ – der Höchststand der Einwohnerzahl lag aber 1969, damals lebten 50.000 mehr Menschen in Bremen als heute in vermutlich erheblich weniger Wohnungen! Und schließlich, um mit einem Zitat aus dem Willkommensstadt-Buch zu argumentieren: „Ist es wirklich egoistisch, wenn Nachbarn sich für Bäume einsetzen, für einen Pfarrgarten oder einen Park? „Im Gegenteil: Wir Bürgerinitiativen sind wie Feuermelder, wir schlagen Alarm, wenn es brennt“, sagt Gerlinde Görbe von der Bürgerinitiative Grüne Schumannstraße“ (Seite 43).

Zum SZ-Artikel geht es hier, zur Webseite der BI „Grünes St- Magnus“ hier.

Interview im Ratgeber „Nachhaltig wohnen“

Cover des Buches

Der Ratgeber mit 128 Seiten etwa im A5-Format würde ohnehin zu diesem Blog passen: Es geht um Energiesparen im Haushalt, nachhaltige Möbel und Tapeten, Putzmittel und Modernisierung. In „Nachhaltig wohnen“ gibt Autor Peter Carstens zwar auch einige Tipps zu ökologischen Bauweisen und Dämmstoffen, doch der Schwerpunkt liegt auf wohnen und instandhalten, modernisieren und renovieren. Der Hinweis an dieser Stelle hat allerdings noch einen zusätzlichen Anlass: es gibt eine Doppelseite Interview mit Daniel Fuhrhop dazu, warum Weiterlesen

Oldenburg so oder so

Staatstheater Oldenburg

Zwei Anlässe für Oldenburg-Fotos: Ein Vortrag zu 50 Jahren Fußgängerzone und der Innenstadt „zwischen Amazon und ECE“ (Termin am Freitag 18.08. siehe hier). Und auf meiner Webseite gibt es wieder zwei neue Unterseiten mit Fotos, darum hier einige Bilder aus der Stadt, in der ich seit zehn Jahren lebe, und die daher in „Verbietet das Bauen!“ und der „Willkommensstadt“ immer wieder als Beispiel dient. Das übliche Bild von Oldenburg entspricht wohl eher dem der freundlichen Stadt mit klassizistischen Bauten, wie oben das Staatstheater. Wer aber ausgehen möchte, kann dies auch in kleineren Weiterlesen

Immobilienkonzern und Architektenkammer gegen „Verbietet das Bauen!“

Ziegelmauer

Ein Nachtrag von vor der Sommerpause mit einem Text von starken Partnern mit schwachen Argumenten, der nicht überraschen kann: Wen wundert es, wenn sich der Immobilienkonzern Vonovia gegen das Buch „Verbietet das Bauen!“ wendet, ein Unternehmen mit 400.000 Wohnungen, die überwiegend früher Bund oder Ländern und Städten gehörten und dann privatisiert wurden (diese Privatisierung kritisiert das Bauverbot-Buch auf Seite 53 ff.). Und wenig überraschend ist es auch, dass sich mit Paul Lichtenthäler der Pressesprecher der Bundesarchitektenkammer gegen die Bauverbot-Thesen stellt; etwas verwunderlich ist es höchstens, dass er dies in einem Vonovia-Magazin tut und damit den Eindruck einer fragwürdigen Allianz erweckt.

Mit den Scheinargumenten seines Textes geht es wie mit dem Scheinriesen Turtur, dem Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer begegnen: je näher man sie betrachtet, desto kleiner werden sie. So beklagt Lichtenthäler im Vonovia-Magazin, Gegnerschaft zum Neubau zwinge Bauwillige nach draußen, wo sie „Landschaft zersiedeln, mehr Auto fahren und mehr Wohnfläche haben als drinnen“. Schön formuliert, aber genau darum Weiterlesen

Mein erstes Stadtwandel-Heft: „Wohnwege“ Neuelandstraße Bremerhaven

Cover Stadtwandel-Heft

Das Titelbild zeigt den Blick auf die Wohnwege und ihre schützende Glashaut, die Heftrückseite zeigt, wie weit sie von der Fassade abgerückt sind. Die Fotos des Projekts stammen von Bernd Perlbach.

Der Titel dieses Beitrags mag diejenigen verwundern, die meine Zeit als Architekturverleger kennen. Und es stimmt doch: Nach über zweihundert Publikationen des Stadtwandel Verlags von der Gründung 1998 bis zum Verkauf 2013 habe ich nun erstmals selbst einen Text für ein Heft geschrieben. Es erscheint in der Reihe „Stadt im Wandel“ im gleichen Verlag wie die anderen, nur dass er seit 2013 zur Verlagsgruppe Schnell + Steiner gehört. Das Projekt gefiel mir so außerordentlich gut, dass ich mich ihm persönlich widmen wollte – ein Umbau von Nachkriegsbauten in der Neuelandstraße in Bremerhaven, betitelt „Wohnwege für neue Nachbarschaft“.

Aufmerksame Leser erinnern sich an ein andere Projekte der Städtischen Wohnungsgesellschaft Stäwog Bremerhaven, die im Buch „Verbietet das Bauen!“ in Kapitel 6 geschildert werden: Die Weiterlesen

Preisträger beim Wettbewerb „Berlin plant immer noch“

Foto Preisübergabe

Übergabe des Preises durch die beiden Ausstellungsmacherinnen Nicola von Albrecht (vorn) und Rosa Epple am 26. Juni im Museum der Dinge. Foto c Isa Hönle.

Berlin, Museum der Dinge, 26. Juni 2017: Preis für Daniel Fuhrhop beim Ideenwettbewerb „Berlin plant immer noch“ für den Text „65 Quadratmeter für zwei, zehn und hundert Menschen“.

Begleitend zur Ausstellung „Wohnkonzepte für Berlin nach 1945“ hatte das Museum der Dinge an einen Wettbewerb von 1946 angeknüpft. Damals ging es um Ideen für neues Wohnen „in der kriegszerstörten Stadt“, schreibt das Museum, und fährt fort: „Für vier Personen werden 65qm Wohnfläche veranschlagt. Rund siebzig Jahre später kämpft die Stadt mit heutigen Problemen, wie dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum oder der menschenunwürdigen Unterbringung von Geflüchteten.
Unser Wettbewerb 2017 fragt: Was bedeutet zeitgemäßes Wohnen auf 65qm heute? Wie viele Personen können sich diese Fläche teilen? Welche Modelle des Zusammenlebens kann es dafür geben? Welche Grundrisse, Möbel oder Vereinbarungen brauchen diese neuen Wohnkonzepte?“

Der prämierte Text (unten abgedruckt) von Daniel Fuhrhop zeigt, wie zwei Menschen auf Weiterlesen

Unersättliche Center Teil 2 – Die nächsten sieben Millionen

Schlosshöfe Oldenburg

„Wer glaubt, man könne mit Centermachern einen Kompromiss finden, dem sei folgende Nachricht eine Lehre“ – so begann vor drei Jahren ein Beitrag auf diesem Blog, der darlegte, wie die ECE-Schlosshöfe entgegen ursprünglicher Absprachen den Saturn-Elektromarkt vom anderen, nördlichen Ende der Innenstadt abwarben, und wie die lokale Politik das erlaubte. Schon damals war dadurch die Verkaufsfläche im Center-Untergeschoss erweitert worden, weil dort die Mall verschwand und der Saturn-Markt nun die volle Breite einnimmt. Doch scheinbar war das nicht genug, um das schwächelnde Center flottzukriegen, und jetzt ist es wieder so weit: Die Centermacher wollen mehr, und zwar Weiterlesen

100 arabische Bücher für die Stadtbibliothek Oldenburg

Foto leeres Regal

Um das noch leere Regal gruppieren sich (von rechts nach links): Heike Janssen, Leiterin der Stadtbibliothek Oldenburg, Daniel Fuhrhop als Initiator der Aktion, Helga Wilhelmer und Rima Chahine vom Vorstand der Deutsch-Syrischen Gesellschaft Oldenburg sowie Johann Fischer, Vorstand des Freundeskreises der Stadtbibliothek. Foto © A. Simon.

Es ist zwar auch ein Bericht in eigener Sache, wenn es hier um die Aktion geht, 100 arabische Bücher für die Stadtbibliothek Oldenburg zu finanzieren, aber bevor dazu gleich mehr Informationen folgen, erst ein inhaltliches Vorwort (wer sofort ein Buch spenden möchte, sollte von hinten lesen). Denn es gibt durchaus einen Zusammenhang zu meinen eigenen Büchern als Autor – natürlich zu „Willkommensstadt. Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden“, aber sogar zu „Verbietet das Bauen!“ Man muss an den Herbst 2015 denken, als nach dem Zuzug vieler Flüchtlinge viele Städte nun erst recht wie wild losbauten, und mithilfe der Sondergesetzgebung des geänderten § 246 des Baugesetzbuches manche sogar in Landschaftsschutzgebieten bauen wollten, etwa Hamburg am Öjendorfer Park, wie im ersten Kapitel der „Willkommensstadt“ geschildert. Inzwischen übrigens werden zwar in Hamburg, den Bürgerinitiativen sei Dank, keine Großsiedlungen für dreitausend und mehr Flüchtlinge gebaut, aber in einer nun fertiggestellten Siedlung in Jenfeld wohnen zumindest achthundert Flüchtlinge, wie die taz beschreibt. Da inzwischen weniger Flüchtlinge ankommen, werden andernorts manche der Wohnungen bereits Weiterlesen

„Willkommensstadt“ jetzt bundespolitisch

Zwei Buchcover Willkommensstadt

Neben der nach wie vor erhältlichen Ausgabe von „Willkommensstadt“ im oekom Verlag (links) gibt es nun eine der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat beim oekom Verlag die Lizenz erworben für eine eigene Ausgabe von „Willkommensstadt. Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden“. Da sie dies nur bei Büchern einer gewissen politischen und gesellschaftlichen Bedeutung macht, kann man das als besondere Würdigung verstehen. Das freut mich umso mehr, als ich zugegebenermaßen ein wenig gezögert hatte, über Flüchtlinge und ihr Wohnen zu schreiben. Zuviel negative Äußerungen kommen zu diesem Thema, und daher rührte meine Absicht, ein Buch mit „Geschichten des Gelingens“ zu schreiben, um eine Formulierung von Weiterlesen

Postwachstumspolitiken

Cover Buch Postwachstumspolitiken

Was nach dem Wachstum der Städte kommt, kann man sich bildlich vorstellen: Keine neuen Häuser, das bedeutet alte Häuser zu pflegen und grüne Wiesen zu bewahren. Doch wie sieht die ganze Wirtschaft ohne (oder nach dem) Wachstum aus? Welche Wege führen zur „wachstumsunabhängigen Gesellschaft“? Die Vorstellungen dieser Wege unterscheiden sich und manche verschwinden in einem Nebel diffuser Ideen. Einen klaren Blick ermöglichen möchte das Buch „Postwachstumspolitiken“, in dem sich auch ein Beitrag von Daniel Fuhrhop dazu befindet, wie ein Bauverbot konkret aussehen würde; dazu später mehr.
Freundlich gesagt vereint das Buch eine Vielfalt von Beiträgen zu Postwachstum, zu den Möglichkeiten und Grenzen einer entsprechenden Politik und zu übergreifenden Debatten. Kritischer ausgedrückt unterscheiden sich die 22 Texte derart in ihren Sichtweisen und Disziplinen, dass wohl kaum jemand von allen gleichermaßen profitieren wird. Darum sei im Folgenden eine persönliche Auswahl von Beiträgen skizziert, durch die bereits Weiterlesen

Bürgerentscheid zur Erbasiedlung Erlangen

Screenshot BI Erbasiedlung

Webseite der Bürgerinitiative für den erhalt der Erbasiedlung.

Sanierung lohnt nicht! Sanierte Altbauten würden bis zu 14 Euro den Quadratmeter kosten! Reißt den alten Kram ab! Das sind Argumente der Abrissbefürworter, die in Erlangen acht Häuser der Erbasiedlung beseitigen möchten, die als Werkswohnungen Anfang des vorigen Jahrhunderts entstanden. Für ihre Häuser kämpfen dagegen Bewohner und andere in einer Bürgerinitiative, die zumindest eines schon erreicht hat: Die Bürger in Erlangen dürfen abstimmen, und zwar am Sonntag, den 7. Mai 2017.

Zuvor hatte der Protest bereits einen anderen Erfolg: Die Weiterlesen

Wechsel beim Deutschen Architektenblatt

Cover Deutsches Architektenblatt und Buch

Der langjährige Chefredakteur des Deutschen Architektenblatts, Roland Stimpel, verlässt diese Position – ein Gespräch mit ihm über Bauen und Nichtbauen gab es hier auf diesem Blog. Ab Mai wird Brigitte Schultz Chefredakteurin; von ihr stammt das Buch „Was heißt hier Stadt?“, den Leserinnen dieses Blogs bekannt durch eine Rezension.
Beiden alles Gute wünscht Daniel Fuhrhop.

„Infrastrukturen des Glücks“ in Bremen, dann nach Bayreuth, Matrei am Brenner und Stuttgart

Foto Daniel Fuhrhop

Wie man sieht, war das bei den Grünen, auf dem Kongress „Grüner Wirtschaften“ im März 2017. Foto c Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen.

Im Mai stehen vier Vorträge an, und der erste in Bremen kommt nicht allein: nach dem Auftakt des Stadtkongresses Infrastrukturen des Glücks am Freitag den 5. Mai (Kurzvorträge und Diskussion) gibt es am Samstag den 6. Mai einen Workshop zusammen mit Adrienne Goehler zum „Anders- und Neudenken über die Zukunft der Stadt“.
Mitte Mai folgen drei Auftritte kurz nacheinander: in Bayreuth geht es am Donnerstag den 18. Mai auf Einladung des Klimaschutzmanagements um Flächenverbrauch, in Matrei am Brenner kommt Samstag 20. Mai ein Vortrag „Besser Umbauen ohne Neubauen“ auf dem Symposium „Altes Wissen – Neues Bauen / Realität und Potenzial“, und in Stuttgart gibt es am Montag den 22. Mai eine Podiumsdiskussion „Stein auf Stein, das muss nicht sein“ zu Nachhaltigkeit in der gebauten Umwelt. Alle Details und Links auf meiner Webseite – wir sehen uns!

Gegen Abriss in München

Flyer Sailerstraße

Ausschnitt eines Flyers der Münchner Altstadtfreunde zum drohenden Abriss.

Wenn Häuser zwar unbestreitbar einen historischen Wert haben, aber nicht denkmalgeschützt sind, kann es manchmal schnell gehen – das droht jetzt in der Münchner Sailerstraße. Die Altstadtfreunde München engagieren sich gegen den drohenden Abriss mit einer Petition an den bayrischen Landtag und mit vielen Briefen und Gesprächen mit Denkmalpflegern, doch derzeit sieht es nicht gut aus. Mehr dazu bei den Altstadtfreunden in diesem Bericht, in der Abendzeitung und aktuell unter anderem in der Süddeutschen Zeitung.
Das Bild oben ist ein Ausschnitt eines Flyers, hier kommt er komplett: Weiterlesen

Ostern: Zum aktuellen Stand der Schöpfung

Screenshot Film Rahmstorf

Klimaforscher Stefan Rahmstorf bei der Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen ( Screenshot, unten der Link).

Klimaforscher kämpfen »gegen Hass, Ignoranz und die eigene Verzweiflung«, schreibt das SZ-Magazin, und zitiert Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der sagt, „wir erlebten wohl auch deswegen einen solchen Siegeszug der erneuerbaren Energien in Deutschland, weil die Menschen Angst haben, Angst vor realen Risiken, vor vernichtenden Wirbelstürmen wie Sandy und Katrina. Und als die Redakteure entgegnen, Angst sei doch ein schlechterer Motivator für Veränderungen als Visionen einer wünschenswerten Zukunft, antwortet die Klimaforscherin Alice Bows-Larkin: »Mag sein, aber wir sind Physiker. Wir nehmen ein Problem und brechen es herunter, um nach Möglichkeiten zu suchen, wie man damit umgeht. (…) Wir müssen erforschen, wie diese radikalen Visionen aussehen könnten, wie das Wirtschaftssystem beschaffen sein müsste, das den Menschen in fünfzig, in hundert Jahren ein gutes Leben ermöglicht. Es wird auf jeden Fall anders sein als das neoliberale Systeme heute.« „

Mit diesem Text beginnt auf Seite 65 im Buch „Willkommensstadt“ ein Abschnitt über den Stadtwandel in Zeiten des Klimawandels, der klarmacht, dass das 1,5-Grad-Ziel jetzt schon nicht mehr zu erreichen ist. Eigentlich dachte ich, bereits genug über den Klimawandel zu wissen, doch vor kurzem lud mich die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen zum Kongress „Grüner Wirtschaften!“, und dort sprach der Klimaforscher Stefan Rahmstorf. Sein Vortrag war gespickt mit aktuellen Zahlen und Fakten, sachlich und informativ, aber in dieser Fülle bestürzend. Wer nicht dabei war – hier der Link zum Film (auf dem Kanal der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen): Weiterlesen