Wie nach Corona eine UmBauwirtschaft zum „neuen Wirtschaftswunder“ beiträgt

Grundriss Lego

Der Umbau ist eines der beiden Elemente einer neuen UmBauwirtschaft für die Zeit nach Corona.

Den Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise sollten wir nutzen, um etwas gegen die Klimakrise zu tun: So fordern 190 Unternehmen und Verbände ein Klima-Konjunkturpaket, darunter Dax-Konzerne. Etwas pointierter fordert das Bündnis „Neues Wirtschaftswunder“ ein Transformationspaket für einen sozialen und ökologischen Umbau der Wirtschaft, der nicht mit Wachstumszahlen wie dem Bruttosozialprodukt gemessen wird. Es soll also nicht wieder eine Abwrackprämie geben wie nach der Finanzkrise 2008, als der Kauf neuer Autos gefördert wurde. Für Bauen & Wohnen füge ich hinzu: Wir hatten in den letzten Jahren schon viele klimaschädliche Förderprogramme wie das Baukindergeld, von dem mindestens drei Milliarden Euro für energieaufwändigen Neubau gezahlt werden – und zwar egal, wo der entsteht, selbst am Rand eines schrumpfenden Ortes, wo dieser Neubau einen weiteren Leerstand im Ortskern produziert. Und wir haben die Baulandkommission, die altem Wachstumsdenken folgend noch mehr Äcker und Wiesen in Bauland verwandeln möchte. Auch hier also ist es Zeit, nach der Coronakrise ein neues Wirtschaftswunder durch eine andere Art der Ökonomie zu fördern, durch eine UmBauwirtschaft, die auf zwei Bereiche setzt, auf Umbau und eine Wohnwünsche-Beratung.

Der Umbau von Altbauten fördert das Handwerk und schafft tendenziell mehr Arbeitsplätze als industrieartiger Neubau. Neu zu bauen erfordert mehr Zement, und allein die Zementherstellung ist für acht Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich. Umbau dagegen schont die Ressourcen, spart Material und nach dem Umbau spart er Heizenergie.

Eine Wohnwünsche-Beratung umfasst dutzende Werkzeuge, Wohnraum in Altbauten zu schaffen. Das betrifft ein komplexes Programm von Umbauten, Umzügen und Untervermietung. Es bringt die Menschen einander näher, nicht zu nah in Zeiten von Corona, aber nah genug für lebendige Nachbarschaften.

Ein Leitfaden für Umbauwirtschaft und Wohnwünsche-Beratung liegt vor: Ab 5. Mai mit „hundert Werkzeugen für Wohnraum und mehr Platz im Bestand“, also in Altbauten, in der erweiterten Neuauflage des Buches „Verbietet das Bauen!“ Verboten werden sollen Bauwut und klimaschädliches Zubetonieren der Landschaft und der Freiflächen in den Städten. Ermöglicht werden soll es, seine Wohnwünsche auszuleben, egal ob im Einfamilienhaus oder der Etagenwohnung. Viele Menschen haben zuviel Platz und sie warten auf guten Rat und gutes Geld, um sich von überflüssigem Raum zu befreien. Das schafft Wohnraum für andere und fördert eine neue Wirtschaft.

Links:
Bündnis Neues Wirtschaftswunder
Klima-Konjunkturpaket offener Brief (pdf öffnet direkt)
Erweiterte Neuauflage „Verbietet das Bauen!“
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Moderationskarten

Wenn die Wohnwünsche erforscht werden, geht es um Quadratmeter und Grundrisse, aber viel mehr noch um Nähe und Nachbarschaft.

Lego und Schlümpfe beraten

Zu einem idealen Stadtwandel ohne Neubau gehören Wohnwünsche-Beratungsagenturen: Sie geben trommelnd den Auftakt für anderes Wohnen (hinten rechts), helfen beim Nachdenken, geben Prämien und Pokale für mutiges Wohnraumteilen und sie stehen Kopf, damit die Gedanken einen neuen Weg suchen. (Fotos: Daniel Fuhrhop).

Lesen Sie die Reihe Raum & Corona mit Teil 3 zu Wohnungszwangswirtschaft, Teil 2 zum Entrümpeln und Teil 1 zu Bausünden und Spazierengehen.

Der nächste Blogbeitrag kommt am 5. Mai: dann erscheint die erweiterte Neuauflage des Bauverbot-Buches . Bleiben Sie dran am Blog mit Newsletter, RSS-Feed (Seitenspalte) oder Facebook.

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