Der „Zehn-Punkte-Plan für flächensparendes Wohnen“ schließt eine Lücke – hier steht, welche, und warum der Plan trotzdem nicht auf diesem Bauverbot-Blog zu lesen ist

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Zusammenwohnen, Umbauen, Umziehen und die (soziale Wohnraum-)Vermittlung von Mietern sind einige der Instrumente für flächensparendes Wohnen aus dem Zehn-Punkte-Plan.

Vor drei Wochen veröffentlichten „Fridays for Future“ eine in ihrem Auftrag erstellte Studie des Wuppertal Instituts, wie das 1,5-Grad-Ziel für das Klima einzuhalten ist. Es handelt sich um die Suche nach den besten Lösungen für den dringend nötigen Wandel, und mithilfe von Modellrechnungen sucht die Studie Antworten für folgende Fragen: Wo (und wie) vermeiden wir am meisten Treibhausgase, bei Energie, beim Verkehr oder bei Gebäuden? Ein großer Beitrag wäre es, mehr alte Häuser umzubauen; dafür müsste man die Modernisierungsquote von ein Prozent auf vier Prozent vervierfachen und so effizienter mit Energie umgehen. Das ist wichtig, aber noch nicht alles, was wir bei Gebäuden tun können.

Es steht bereits in der Studie des Wuppertal Instituts, dass es neben der Energieeffizienz darauf ankommen wird, die bestehenden Häuser besser zu nutzen. Auch dafür gibt es Instrumente, und auch das kann dazu beitragen, das Klima zu retten: Darum erstellte nun eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen auf meine Initiative einen „Zehn-Punkte-Plan für flächensparendes Wohnen“. Diesen Plan gibt es jetzt auf meiner Webseite zu lesen.

Aber warum auf der Webseite, warum nicht hier? Schließlich beschäftige ich mich seit Jahren mit flächensparendem Wohnen, in Sachbüchern, in Beiträgen dieses Blogs und seit 2019 auch in wissenschaftlicher Arbeit. An dieser Stelle zeigen sich beispielhaft Segen und Fluch meines ersten Sachbuchtitels „Verbietet das Bauen!“: Ohne die Aufmerksamkeit, die das Buch auch mithilfe seines Titels errungen hat, wären die beiden folgenden Sachbücher nie erschienen und ich wäre nie in der Wissenschaft gelandet. Ein Segen also ist die Provokation des Buchtitels, und sehr hilfreich gewesen, seitdem über 120 Vorträge halten zu können und über 200 Medienberichte über mich, über die Bücher und die Thesen zu erleben. Und doch hat die polemische Überspitzung Nachteile, die ich in seltenen Momenten verfluchen mag – die Forderung nach einem Bauverbot hält manche davon ab, sich mit den Argumenten und mit den Alternativen zu beschäftigen.

Warum ich trotzdem zu „Verbietet das Bauen!“ stehe, dafür lieferte ich im Vortrag beim Jubiläum der VHS Oldenburg Argumente, etwa, dass die Neubaulobbyisten mit „Bauen Bauen Bauen“ auch keine vernünftigeren Titel wählen. Doch um die Gefahr gering zu halten, dass Menschen sich vom Bauverbot-Titel abschrecken lassen, habe ich das aktuelle Positionspapier für flächensparendes Wohnen nicht hier auf dem Bauverbot-Blog platziert, sondern auf meiner Webseite. Das erleichtert es auch den Kolleginnen verschiedener Institutionen, den Link zu verbreiten, denn Wissenschaft strebt eher nach Neutralität, seltener nach Polemik. Wobei auch mancher Wissenschaftler angesichts der Klimakrise mal polemisch wird. Wenn es also jetzt und in Zukunft wichtige Themen für den Stadtwandel gibt, bei denen sich niemand vom Bauverbot-Titel abschrecken lassen soll, könnte das erneut auf meiner Webseite erscheinen.

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