Statt Neubau in Weimar: Bauhaus-Museum in den Eiermann-Bau Apolda!

Foto Eiermann Bau Apolda

Im Eiermann-Bau in Apolda gab es die Leergut Konferenz der Internationalen Bauausstellung Thüringen IBA – doch was kommt jetzt? (Foto: Thomas Müller)

Der Countdown läuft, denn am 22. August erscheint das neue Buch Willkommensstadt, zu dem es in Kürze mehr Informationen gibt und jetzt schon einige hier. Doch zuvor ein kurzer Rückblick auf die letzten Termine vor meiner Sommerpause und nach der erfreulichen Preisverleihung am 25. Juni für den Text zum Willkommensdorf, siehe hier.

Da ging es am 1. Juli zur Leergutkonferenz der IBA Thüringen mit vielen interessanten Vorträgen rund um Leerstand, und am Rande der Konferenz entstand eine Idee: Denn während man im von Leerstand geplagten Apolda mühsam nach Ideen für alte Häuser sucht, und während der wunderschöne Eiermann-Bau, Ort der Tagung (siehe Bild oben), seit vielen Jahren neue Nutzer sucht, wird gerade mal zehn Bahnminuten entfernt in Weimar einer von gleich drei Museums-Neubauten für das Bauhaus errichtet (zeitgleich mit Dessau und Berlin, siehe Seite 15 von Verbietet das Bauen!). Die 23 Millionen Euro für diesen Neubau könnte man besser investieren und den Eiermann-Bau Apolda für ein Bauhaus-Museum umbauen (Dank an Anna Schlundt und Mario Seibold, die an der Uni Weimar Urbanistik studieren und im Gespräch mit denen die Idee entstand).

Nach Apolda reiste ich über Arnstadt, denn dort gab es direkt davor die Tagung Bauhaus 2019 – Denkmalpflege und die Bauten der Moderne – ein Nachbericht dazu auf dem Blog stadtrandnotiz.

Dort ergab sich ein Gespräch mit Heidi Pinkepank und Lars Scharnhorst vom Institut für Neue Industriekultur INIK in Cottbus, und sie erzählten von einer Aktion, die sie kurz darauf mit durchführten: Am potentiellen Bauort eines weiteren Shopping-Centers in der ohnehin bereits hoffnungslos von Handelsflächen überfluteten Stadt gab es ein Frühstück, um die räumlichen Qualitäten der Freifläche zu erleben, die verschwinden soll. Genau genommen handelt es sich bei dem Bauprojekt um eine Erweiterung eines bereits schon überflüssigen und schädlichen Centers (siehe dazu Kapitel 12 zu den Folgen von Amazon und Shopping-Centern im Buch „Verbietet das Bauen!“); mehr dazu in diesem Bericht.

Bedrohte Freiflächen, geliebtes Grün, das sind auch Themen des neuen Buches, denn allzu oft wird der Zuzug der Flüchtlinge als KO-Argument genutzt, um Neubau durchzusetzen – etwa in Landschaftsschutzgebieten, wo dank neuer Sonder-Gesetzgebung jetzt Bauen möglich wurde. Wie wir stattdessen Platz für alle Menschen finden und welche wunderbaren Beispiele es dafür bereits gibt, darum geht es in dem Buch zur „Willkommensstadt – wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden“.

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Foto Frühstück Cottbus

Ein Frühstück auf der Freifläche, die durch ein Shopping-Center bedroht wird – und auf dem Tisch ein Buch… (Foto: INIK GmbH).

 

 

 

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