Bleibt Würzburg standhaft?

Screenshot Webseite MOZ-BI

Screenshot der Bürgerinitiativen-Seite www.das-moz.de mit Bild der bedrohten Mozartschule.

Wenn das Buch in wenigen Tagen in den Druck geht, dann werden darin drei Beispiele für Städte gegeben, die den Versuchungen von Neubauplanern beim Einzelhandel widerstanden haben: Darunter Würzburg, dessen Bürger 2006 ein Shopping-Center ablehnten. Inzwischen geht es nicht um ein ganzes Center, doch am kommenden Sonntag, den 5. Juli, stimmen die Würzburger über einen großen Neubaukomplex ab – und dabei sollen am Mozartareal auch über viertausend Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Vielleicht ist das der lukrativste Teil des Vorhabens, denn ein von den Sachverständigen HartmannSchulzPartner 2010 erstellter Gewerbemietspiegel nennt (auf Seite 5) für die Spiegelstraße immerhin erzielbare Mieten von 30 €/qm, und seitdem sind bereits fünf Jahre der Preissteigerungen vergangen. Anders gesagt dürften auf jener Fläche mit Handel jährlich Umsätze von 15 – 20 Millionen Euro zu erzielen sein, die dann anderen Händlern fehlen werden, denn wo sonst sollte das Geld herkommen.

Womöglich ist das trotzdem nicht einmal das Schlimmste an dem Neubauprojekt, das ansonsten auch Wohnungen und ein Hotel umfasst, sondern der dafür drohende Abriss der Mozartschule, einem schönen Beispiel der 1950er-Jahre-Architektur. Die namensstiftende Schule zog 2001 aus, und doch nicht richtig, denn laut Würzburgwiki sind andere Gymnasien nun übervoll; auch darum werden viele der Räume bis heute durch Schüler genutzt, die hier aber nur zu Gast sind. In zwei Stufen entscheiden die Bürger Würzburgs nun, ob die Investoren das Gelände neu bebauen dürfen und ob die Mozartschule ganz oder teilweise abgerissen wird. Die Bürgerinitiative Rettet das MOZ kämpft für den Erhalt des Gebäudes, das übrigens denkmalgeschützt ist. Oder besser: es ist ein Denkmal, aber ob es geschützt ist, das sehen wir bald.

Hier geht es um Shopping-Center und Handel,
hier geht es zur Teekasse. Danke!

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