Bauwut in Saarbrücken

Hochschule für Musik Saar

Zurück von einer Fahrt zum Saarländischen Rundfunk und einem Gespräch über „Verbietet das Bauen!“ in der Reihe „Fragen an den Autor“ auf SR2, hier zu hören. Ergänzend hier einige Bilder aus Saarbrücken – oben die zu Beginn des Gespräches erwähnte Hochschule für Musik mit ihrem eleganten Bauteil aus den 1970er Jahren. Im 1980er-Jahre Bauteil (oben nicht zu sehen) blättert der Lack, aber gegenüber soll nun für 39 statt 9 Millionen Euro (wie ursprünglich geplant) das Saarlandmuseum erweitert werden. Es handelt sich um eine der berüchtigtesten Bauruinen bundesweit, seit einigen Jahren ruhen die Bauarbeiten, bald soll es wieder losgehen. Derzeit aber sieht es nach Rohbau aus:

Baustelle Saarlandmuseum

Weiter zur Innenstadt, herrlich belebt an einem Samstagnachmittag. Daran hat scheinbar der Bau des ECE-Centers Saar-Galerie wenig geändert, was vor allem daran liegt, das man nunmal

Fußgängerzone Saarbrücken
nie genau sagen kann, wem nun die etwa 100 Millionen Euro fehlen, die jetzt dort Jahr für Jahr ausgegeben werden. Aber vom Himmel gefallen sind sie sicher nicht, sondern alteingesessenen Einzelhändlern weggenommen. Dazu kommt offenbar ein Denkmalfrevel. Was so historisch

ECE Center Saarbrücken vorn

aussieht, ist nämlich nur die Hülle, die Fassade der ehemaligen Bergwerksdirektion. Der Investor hatte sich „die totale Entkernung des Gebäudes ausbedungen“, schreibt Josef Reindl in Nr. 112 der Saarbrücker Hefte. Es sei eine „potemkinsche Kulisse“ entstanden, das „Denkmal ist entkernt, seiner Seele beraubt und für immer verloren“. Zudem ist der Komplex erheblich größer als die immer wieder gezeigte historische Ecke, weshalb hier zumindest eine weitere Ansicht folgen soll, die einen schon deutlich banaleren Anblick der Ostseite zeigt:

ECE Center Saarbrücken Ostseite

Weiter mit ein bisschen Werbung für Saarbrücken, mit einem Bild vom Markplatz, mit Ständen vor Cafés – man spürt den französischen Einfluss, das savoir vivre.

Marktplatz Saarbrücken

Am folgenden Tag allerdings führte mein Weg mich an leeren Bauten vorbei, von fern sah ich das Siemens-Gebäude, von nahem dieses Bürogebäude in der Richard-Wagner-Straße 52,

Saarbrücken Bürobau leer

Alle Fotos: Daniel Fuhrhop.

zu beiden gibt es Informationen im Saarbrücker Leerstandsmelder. Während in solchen Häusern Fläche nicht genutzt wird, soll andernorts Grün verbaut werden – ein Plakat am Straßenrand klärt darüber auf:

Flugblatt Saarbrücken

Mehr zum Hintergrund dieses Neubauprojekts findet sich hier. Es gibt also noch viel zu tun in Saarbrücken, dafür viel Erfolg wünscht Daniel Fuhrhop.

Hier nochmal der Link zum Podcast der Sendung auf SR2.

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