Archiv des Autors: Stadtwandeler

Buch-Tour zu „Verbietet das Bauen!“

Ankündigungen Bilder.

Einige Ankündigungen zu den Buchvorstellungen und Diskussionen der nächsten Wochen.

Am 24. August erscheint das Buch „Verbietet das Bauen!“ im oekom Verlag, und bereits zwei Tage später beginnt eine Reihe von Buchvorstellungen mit (Stand 19.8.) vorerst acht Terminen in fünf Städten. Dabei spiegeln die Orte und Partner die thematische Breite des Buches wider: Um den Bezug zur Suffizienzforschung (Wie können wir mit weniger auskommen?) geht es am 26.8. beim Wuppertal Institut, ökonomische Aspekte stehen im Vordergrund bei der Vorlesung zur Postwachstumsökonomie am 9.12., meine Vergangenheit als Architekturverleger verrät sich unter anderem bei Buchvorstellungen bei den Berliner plattformnachwuchsarchitekten am 7.9. sowie zwei Tage danach mit dem Haus der Architektur Köln. Natürlich kann man selbst bei der Sechzig-Minuten-Vorlesung nur einige Punkte des Buches ansprechen und insbesondere nur einige der 50 „Werkzeuge“ (Beispiele und Anregungen) vorstellen, die Weiterlesen

Südzentrale wird abgerissen

Südzentrale Wilhelmshaven

So imposant zeigte sich der Kraftwerksbau der Südzentrale Wilhelmshaven noch Ende Mai.

In zehn Tagen erscheint das Buch Verbietet das Bauen!, doch leider wurde es in einem Fall bereits von der traurigen Wirklichkeit überholt, denn die Südzentrale Wilhelmshaven kommt nicht etwa im Kapitel 5 („Verbietet den Abriss!“) vor, sondern dient auf Seite 90 als Einleitung zum Abschnitt „Leerstand hat viele Gesichter“. Dort heißt es:
„…wenn man näher kommt, erblickt man kaputtes Glas und überwucherte Mauern. Mehr als hundert Jahre steht das Werk schon dort, doch in den letzten zwanzig Jahren ging es ihm schlecht – seit 1993 lassen es die Eigentümer leerstehen und verfallen. Jetzt behaupten sie, eine Sanierung rechne sich nicht, und drohen mit Abriss.“
Über den drohenden Abriss konnte man auch schon auf diesem Blog lesen, und über die Bemühungen eines Vereins zur Rettung, doch in diesen Tagen nun fällt die Südzentrale, nachzulesen zum Beispiel auf moderne regional und mit Abrissbildern beim ndr.

Am Mo 10.8. um 22.30 Uhr beim ORF2 Kulturmontag

Screenshot ORF2.

Screenshot der ORF2-Webseite mit der Ankündigung der Sendung.

„Verbietet das Bauen!“ im österreichischen Fernsehen: Zu sehen entweder am Montag, den 10. August ab 22.30 Uhr beim Kulturmontag (Daniel Fuhrhop gegen 23:10 Uhr) im Fernsehen /alternativ online im Live-Stream, oder bis eine Woche nach Ausstrahlung in der ORF-TV-Thek (runterscrollen zu „Großstadt-Pflanzen: Öko-Cities von heute und morgen“).

Dazu eine Radio-Ankündigung: Am Freitag, den 14. August, um etwa 12:20 Uhr Gespräch mit Daniel Fuhrhop beim Ü-Wagen des rbb  inforadio zur Berliner Stadtentwicklung, im Radio oder auch online hören.

Stadtwandel 2015 vor dem Bauverbot-Buch

Cover vorn und hinten.

Die finale Fassung der Coverseiten mit Titel und Rückseite – auf letzterer findet sich ein Zitat von Muck Petzet.

Vor dem Urlaub und vor dem Erscheinen des Buches „Verbietet das Bauen!“ am 24. August nochmal ein Beitrag der Kategorie Innehalten mit einem Blick zurück nach vorn. Bebildert ist er mit dem Buch-Cover in seiner endgültigen Fassung, und hiermit sehen Sie bereits das Zitat, das Muck Petzet erfreulicherweise beisteuerte – nein, er schließt sich nicht der Forderung an, das Bauen zu verbieten, sieht Neubau aber nur als letzten Weg, wie bereits in unserem Gespräch deutlich wurde. Es war der erste Beitrag der Hör-Reihe Wahrheit beginnt zu zweit, so dass sich ein Kreis schließt: Blog und Buch dienen dem gleichen Ziel, wenn auch auf verschiedene Weisen, wie gleich deutlich wird.

Ein Blog-Beitrag kann genauso wie ein Vortrag oder wie ein Text in anderen Medien nur einzelne Aspekte aufgreifen, während das Buch die Chance bietet, den Bogen der Argumente umfassend zu spannen. Das gilt schon für die Gründe, die Weiterlesen

Sechs Minuten Deutschlandradio

Screenshot Deutschlandradio Kultur

Screenshot vom Deutschlandradio Kultur, dessen „Studio 9“ mit mir über die Bauverbot-Forderung sprach.

Am 17. Juli 2015 gab es ein Radiogespräch zum Buch „Verbietet das Bauen“ – man kann darüber unter diesem Link lesen und dort den Beitrag hören,

Der Einfachheit halber die mp3-Datei auch hier online:

Als Download (Klick mit rechter Maustaste, je nach Browser „(Ziel/Link) Speichern unter“):
Verbietet Neubauten!

Viele weitere Gespräche aus dem Radio im Überblick zur Presse auf meiner Webseite

NABU-Impulse zu Suffizienz bis Nicht-Bau

Newsletter NABU-Impuls

Newsletter zu den Beiträgen des NABU-Impuls.

Eigentlich war es nur meine Absicht, auf meinen Beitrag im NABU-Impuls hinzuweisen: „Unsere Wohnungen sind schon gebaut – Suffizienz bei der Wohnfläche“ lautet der Titel, und ähnlich programmatisch schildert der Text eine Reihe von Ideen, wie wir mit weniger Fläche pro Person auskommen könnten; es ist sozusagen eine kleine Vorschau auf wichtige Themen des Buches. Dann aber gelangte ich bei der Lektüre des zweiten Beitrages des „Impulses“ zu der Überzeugung, auch diesen den Blog-Leserinnen und Lesern zu empfehlen; es geht um „Zertifikate, Label und Plaketten“ oder auch um „viele Wege zum nachhaltigen Gebäude“. Gleich zu Beginn stellen die Autoren das Logistikzentrum eines Mode-Discounters vor, einen Bau auf 43.000 Quadratmetern – der aber Weiterlesen

Arme Städte, reiche Städte und die Bauwut

Grafik Sozialausgaben Duisburg Wolfsburg

Zwei Zahlen aus der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zeigen, wie ungleich unsere Städte mit sozialen Kosten belastet sind.

Vielleicht konnte man sich in den 1950er Jahren einfach noch nicht vorstellen, dass die Wirtschaft irgendwann nicht mehr wachsen würde und dass ganze Industrien zusammenbrechen – die Textilbranche, die Werften, die Kohle- und Stahlerzeugung. Nur so kann man sich erklären, dass die Politiker damals die finanziellen Lasten zwischen Bund, Ländern und Gemeinden auf eine Weise aufteilten, die  heute zu extremer Ungleichheit führt: Schlimm genug, dass alle Städte und Gemeinden heute über fünfzig Prozent mehr für soziale Zwecke ausgeben müssen als noch vor zehn Jahren, wie die Bertelsmann Stiftung nun in einer Studie mitteilte. Schlimmer noch ist die extrem ungleiche Weiterlesen

Glückwunsch nach Würzburg!

Screenshot Stadt Würzburg.

Screenshot des Ergebnisses von der Webseite der Stadt Würzburg.

Die Wahlbeteiligung war niedrig, die zur Abstimmung gestellten Fragen verwirrend, aber das Ergebnis erfreulich: die Mozartschule (MOZ) Würzburg soll nach dem Willen von rund zehntausend abstimmenden Würzburgerinnen und Würzburgern erhalten bleiben, und nicht einem Baukomplex mit 4.500 Quadratmetern Verkaufsfläche plus Hotels und mehr weichen. Die Details stehen hier (der Vorbericht auf diesem Blog hier) – Glückwunsch an das standhafte Würzburg!

Bleibt Würzburg standhaft?

Screenshot Webseite MOZ-BI

Screenshot der Bürgerinitiativen-Seite www.das-moz.de mit Bild der bedrohten Mozartschule.

Wenn das Buch in wenigen Tagen in den Druck geht, dann werden darin drei Beispiele für Städte gegeben, die den Versuchungen von Neubauplanern beim Einzelhandel widerstanden haben: Darunter Würzburg, dessen Bürger 2006 ein Shopping-Center ablehnten. Inzwischen geht es nicht um ein ganzes Center, doch am kommenden Sonntag, den 5. Juli, stimmen die Würzburger über einen großen Neubaukomplex ab – und dabei sollen am Mozartareal auch über viertausend Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Vielleicht ist das der lukrativste Teil des Vorhabens, denn Weiterlesen

Neubau in Griechenland

Screenshot Kulturzentrum Stavros Niarchos Foundation

Screenshot der Webseite zum neuen Kulturzentrum der Stavros Niarchos Stiftung in Athen.

Das Folgende ist kein Text des „Postillon“,  weil er zu absurde Fakten widergibt, als dass man sie bei einer Satire glauben würde. Auf diesem Blog wurde schon der eine oder andere Prestigebau vorgestellt, aber dass derzeit ausgerechnet in Griechenland ein Musterbeispiel dafür entsteht, hätte ich nicht gedacht – bis zu einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom vergangenen Freitag: Ein Bericht über das Kulturzentrum der Stavros Niarchos Stiftung, das derzeit in Athen gebaut wird; für 566 Millionen Euro, nach Entwurf des Stararchitekten Renzo Piano. Es handelt sich um ein neues Kulturzentrum, unter anderem für die Nationaloper und die Nationalbibliothek (die bislang scheinbar Weiterlesen

Was heißt schon Verkaufsfläche?

Grafik Kassen und Laden

Manche Investoren hätten es wohl gern, dass lediglich die Kassen als „Verkaufsfläche“ betrachtet werden, denn nur dort wechseln Geld und Ware ihre Besitzer.

Schon seit langem nutzen Investoren den nicht eindeutig festgelegten Begriff der „Verkaufsfläche“, um Ihre Pläne herunterzuspielen: So zeigte Walter Brune bereits in seinem 2006 erschienenen Klassiker „Angriff auf die City“ anschaulich, wie bei der Planung eines Shopping-Centers in Düsseldorf Bilk eine ganze Reihe von Flächen als „nicht zur Verkaufsfläche gehörend“ markiert wurden – „Einrichtungsgegenstände im rückwärtigen Bereich ohne Verkaufsfunktion“, oder auch große Ausstellungsvitrinen sowie „reine Kassenzonen und Nachkassenzonen“. Mit wohl ähnlicher Absicht, aber genau umgekehrt ging aktuell der Cima-Gutachter Martin Kremming vor, als er zur Diskussion um ein 13.000-Quadratmeter-Gartencenter in Oldenburg beim Bauausschuss sprach, Weiterlesen

Hauspreisbremse

In nur vier Minuten geht es um drei aktuelle Nachrichten zu Bauwut, Kreditschwemme und Gerechtigkeit – um die Zinswende für langfristige Baukredite, um eine Studie zur globalen Hauspreisentwicklung und um die Forderung nach einer Kreditsteuer.


Quellen
Katharina Knoll, Moritz Schularick, Thomas Steger: No price like home: Global house prices, 1870-2012;  Discussion Paper No. 10166. Download hier möglich.
Thomas Fricke: Bremst den Hauspreis! Süddeutsche Zeitung 12. Juni 2015
Reiner Braun: Wir brauchen eine „Billigzinsbremse“! empirica paper Nr.222 (hier direkt zum pdf)

Belohnen Sie die kreative Arbeit auf diesen Wegen. Danke!

Vorwort von Uwe Schneidewind

Screenshot Wuppertal Institut

Noch zwei Monate, bis das Buch erscheint, und es freut mich sehr, dass Uwe Schneidewind ein Vorwort beisteuert, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer beim Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Sein Beitrag macht hoffentlich noch deutlicher, dass es mir mit „Verbietet das Bauen“ um konstruktive Vorschläge dafür geht, wie wir mit „Weniger“ auskommen, wie wir also suffizient handeln können beim Bauen und Wohnen. Dazu dienen die 50 „Werkzeuge“ im Sinne von Ideen und Beispielen, die das Buch versammelt, und viele davon sollten weiter erforscht werden – es handelt sich um Anregungen auch für die wissenschaftliche Beschäftigung zu Suffizienz. In diesem Sinne schreibt Uwe Schneidewind (um ein Vorab-Zitat aus seinem Vorwort zu geben): „Am Wuppertal Institut Weiterlesen

Neubau in der Schrumpfregion

Wohnungesneubau Bild

Neue Wohnungen im Bau, wenn auch nicht im Landkreis Spree-Neiße, von dem der Text handelt.

„Keine andere Stadt in Brandenburg schrumpft so stark wie Guben“, schrieb vor einigen Wochen die Berliner Zeitung. Von einst 38.000 Einwohnern blieb nicht einmal die Hälfte, aktuell sind es 17.500 – und die Zahlen sinken weiter. Diese rasante Schrumpfung bildet den Anlass, einmal nachzuschauen, ob denn wenigstens dort nicht mehr neu gebaut wird. Die Suche beginnt in einem Immobilien-Portal und scheint auf den ersten Blick viele Treffer zu geben: Einfamilien-Häuser mit 140 oder 180 Quadratmetern, die man in einer „Frühlingsaktion“ erwerben könne. Doch ein Anruf beim Anbieter ergibt, dass die schönen Bilder nur Platzhalter sind, damit man so ein Haus bauen lässt. In den vergangenen Jahren habe man in der Tat Einfamilienhäuser in und um Guben errichtet, nur leider aktuell nicht. Fehlanzeige also, doch zwei Telefonate weiter verweist ein Makler auf einen aktuellen Wohnungs-Neubau mitten Weiterlesen

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis

Logo Bauverbot klein

Uffz…. der überarbeitete Text ist beim Verlag, so dass in Kürze die Satzfassung entsteht. Damit jeder versteht, wie sich Blog & Buch zueinander verhalten, und damit jeder die Informationen zum Buch auf Anhieb findet, gibt es ab sofort eine eigene Seite dazu. Sie ist ein Teil von Umbauarbeiten auch auf meiner Webseite, ersetzt sozusagen die neulich gepostete Ankündigung zum Countdown , bietet aber zusätzlich einen Blick aufs Inhaltsverzeichnis, zu Terminen (neu: 7.9. Berlin) und zur Bestellmöglichkeit: hier also geht es nun zum Buch.

Mit Manuskript zum DomRömer

Manuskript

Die Anmerkungen des Verlags für das Buch eingearbeitet und das Manuskript erstmals seit einem halben Jahr ausgedruckt, werde ich es morgen im Zug korrekturlesen, bevor es zum Verlag und in den Satz geht. Im Zug, denn es geht für ein Gespräch zum DomRömer in Frankfurt am Main, der mich nicht wegen der historisierenden Architektur der „neuen Altstadt“ interessiert, sondern Weiterlesen

Nachträge: Bauverbot, Blumen, Bad Münstereifel

Als kleiner Service hier einige Ergänzungen zu vier jüngeren Beiträgen:
Bauverbot-Vortrag: Wer bei meinem Vortrag bei den Berliner Energietagen nicht dabei war, der kann hier (bei „Downloads“) eine Zusammenfassung lesen (die übrigens auch ein wenig auf den Inhalt des kommenden Buches sehen lässt).
Blumen: Hatte ich in meinem Beitrag zu einem geplanten 13.000-Quadratmeter-Gartencenter in Oldenburg noch geschrieben, dass solche Pläne am Stadtrand oft weniger Aufsehen erregen als neue Shopping-Center in der Stadt, so wendet sich scheinbar das Blatt: Erst Weiterlesen

Countdown zum Bauverbot-Buch

Cover und Bestellseite

Links die Titelseite, daneben die Webseite des oekom Verlags zum Buch „Verbietet das Bauen“.

In etwa hundert Tagen erscheint im oekom Verlag von mir das Buch „Verbietet das Bauen“. Was dort Ende August zu lesen (und bereits jetzt zu bestellen) sein wird, deckt sich zu einem kleineren Teil mit jenen Argumenten gegen Neubau, die auch hier auf dem Blog erscheinen, allerdings im Buch in einem größeren Bogen dargelegt werden: Neu bauen ist oft mit Verschwendung und Prestigesucht verbunden, immer teuer und oft unwirtschaftlich; es schadet der Umwelt und fördert die soziale Spaltung unserer Städte. Der größere Teil des Bauverbot-Buches widmet sich aber den Möglichkeiten, Neubau überflüssig zu machen – mit 50 „Werkzeugen“ zeigt das Buch, wie wir unsere vorhandenen Häuser anders und besser nutzen. Der Begriff Werkzeuge meint dabei Weiterlesen

Diese Blumen freuen nicht

Blumen

Die Stadt Oldenburg will ein Gartencenter erlauben und zeigt damit beispielhaft zweierlei: Wie man den städtischen Handel planmäßig zerstört und wie wenig Aufsehen die Großflächen am Stadtrand erwecken im Gegensatz zu Shopping-Centern mittendrin. Natürlich reichen die jetzt geplanten 13.000 bis 14.000 Quadratmeter nicht aus, um den Handel der Stadt mit ihren 160.000 Einwohnern zu zerstören – sie sind nur ein weiterer Schlag. So gab es viel vor knapp zehn Jahren riesigen Wirbel um ein ECE-Center, über das sich soviele Bürger ärgerten, dass der Oberbürgermeister abgewählt wurde. Der neue ließ es dann doch zu und schließlich eröffnete die Mall 2011 im Stadtzentrum, mit offiziell 12.500 Quadratmetern Verkaufsfläche, auch wenn es faktisch wohl mehr waren. Der Streit vermischte sich mit dem über einen Ikea, der dann schon 2007 eröffnete. Auch bei diesem muss man die Zahlen zweimal ansehen, denn Weiterlesen

Flüchtlinge willkommen

Logo "Flüchtlinge willkommen"

Das Logo der Initiative „Flüchtlinge willkommen“ vom gleichnamigen Online-Portal, das dieser Beitrag beschreibt.

Eigentlich wollte die Stadt Oldenburg nur die Anwohner informieren, wie sie zukünftig Flüchtlinge in einer Turnhalle unterbringt. Aber was die Besucher dort sahen, erschreckte sie derart, dass sogar die Lokalzeitung ihre übliche Zurückhaltung aufgab: „Ein Labyrinth aus dünnen Kulissenwänden“ hieß es über die Trennwände, die den Flüchtlingen etwas privaten Raum geben sollten. „Hellhörig“ und „wacklig“, sagten die Anwohner dazu laut Nord-West-Zeitung, sogar „menschenunwürdig“ hieß es.

Ähnlich wie bei diesem Oldenburger Beispiel herrscht in vielen Städten „das reinste Chaos“ angesichts Weiterlesen

Schöne Zahlen und die Ruhe

Talwärts screenshot facebook

Ausschnitt eines Screenshots der Talwärts-Facebook-Seite mit Hinweis auf Bauverbot-Beitrag.

Zwischendurch einige schöne Zahlen zum Blog gegen die Bauwut: Im März gab es mit knapp 20.000 Seitenaufrufen auf Blog und Webseite erneut einen Höchstwert seit dem Start vor anderthalb Jahren. Im Jahr 2014 lag der Durchschnitt noch bei 11.000 im Monat. Dabei gab es in diesem März nicht einmal besonders viele Beiträge, weil andere Dinge vorbereitet werden mussten, wovon noch die Rede sein wird. Doch auf große Resonanz stieß der Beitrag zu Centerplanungen rund um Weiterlesen

Wahrheit beginnt zu zweit: Nikolaus Bernau

Er schreibt als Architekturkritiker der „Berliner Zeitung“ begeisternd über Neubau, kümmert sich aber auf preisgekrönte Weise um Denkmalschutz, zum Beispiel als langjähriges Mitglied im Landesdenkmalrat Berlin: Nikolaus Bernau. Mit ihm spricht Daniel Fuhrhop darüber, wie notwendig oder nicht ein Konzerthaus in München wäre, über alte und neue Bibliotheken und Museen nicht nur in Berlin.


Als Download (Klick mit rechter Maustaste, je nach Browser „(Ziel/Link) Speichern unter“):
WB2 Bernau

Wer gern zugehört hat, kann dies hier würdigen. Danke!

Jung kauft Alt

Die Einwohner wurden älter und immer mehr Häuser standen leer: Hiddenhausen ging es 2004 wie vielen anderen Kommunen. Doch der Ort nahe Herford reagierte nicht wie viele andere, die neue Baugebiete ausweisen und damit neue Menschen anlocken wollen, aber am Leerstand nichts ändern. Stattdessen kamen Politiker und Verwaltungsleute auf die Idee, neue Menschen in die leeren Häuser zu locken. „Jung kauft Alt“ nennt sich das Programm, das 2007

Logo Hiddenhausen Aktion

Ein gutes Dutzend der über dreihundert Häuser, deren Kauf der Ort Hiddenhausen förderte, um Leerstand zu verhindern. Bild: http://www2.hiddenhausen.de/Hiddenhausen/Wohnen/Bauen/Jung-kauft-Alt

startete. Wer seitdem in Hiddenhausen ein altes Haus kauft und dort einzieht, bekommt bis zu neuntausend Euro von der Stadt; am meisten erhalten diejenigen mit Kindern. Zusätzlich bis zu anderthalbtausend Euro bekommen die möglichen Hauskäufer für ein Gutachten zum Bauzustand.
Inzwischen förderte der Ort den Kauf von 340 Häusern, meistens an Familien mit Kindern oder an junge Paare. Vielleicht noch wichtiger als das Geld ist dabei Weiterlesen

„Bayerns Bruchbuden“ abreißen?

Süddeutsche Artikel Bruchbuden

Hinweis auf einen sehr lesenswerten Artikel in der „Süddeutschen Zeitung“ zum Leerstand in Bayern, speziell in den fränkischen Randregionen: Der Freistaat Bayern sei inzwischen der größte Besitzer von Immobilien in manchen Gemeinden, berichtet Katja Auer, weil er alte Häuser erbt. Bürgermeister forderten nun, die Häuser abzureißen, oder besser gesagt Weiterlesen

Bergisches Center-Dreieck

Wuppertal Döppersberg im Umbau

Alles gesperrt und alles im Bau am Wuppertaler Döppersberg neben der gleichnamigen Schwebebahn-Station (links) und dem Hauptbahnhof.

Wollte man ein Lehrstück darüber schreiben, was schief läuft in unseren Städten, dann bräuchten wir erstmal ein skandalös teures Bauprojekt, am besten in einer hoch verschuldeten Stadt. Deren Politiker würden dann privaten Investoren den zentralsten öffentlichen Platz verkaufen. Dort entstünden schließlich große Modeläden, die ihre Gewinne nach Irland oder Luxemburg verschieben. Die Opfer in unserem Lehrstück: Bürger und Steuerzahler. Kleine Händler, die von der Konkurrenz erdrückt werden. Die ganze Stadt, und die Nachbarstadt – die man aber nicht zu sehr bemitleiden sollte, weil sie sich genauso verkauft.

Das mag bösartig klingen, doch die Wirklichkeit ist noch bösartiger: Ausgerechnet Wuppertal, bekannt durch Schulden von fast zwei Milliarden Euro, baut das Stadtzentrum am Hauptbahnhof um und rechnet inzwischen Weiterlesen

„Neubau ist nicht die Lösung“

Bilder Flyer vom Kottbusser Tor

Mitbringsel von „Kotti und Co“, der Mieterinitiative am Kottbusser Tor. Auf der Rückseite eines Flyers vom „Südblock“ ist der Text gegen Neubau abgedruckt, den dieser Beitrag vorstellt.

Kein Zufall, aber doch überraschend: Im Umfeld engagierter Mieter am Kottbusser Tor in Berlin stieß ich auf einen lesenswerten Text von Sigmar Gude, der sich gegen die oft gehörte Floskel wendet, man müsse nur viel neu bauen, dann sänken eines Tages auch die Mieten. Mit diesem Argument wurde schon beim Bürgerentscheid zum Tempelhofer Feld versucht, Neubau durchzusetzen. Warum aber der Bau neuer Häuser nicht unbedingt dazu führt, dass Mieten in alten Häusern sinken, erklärt Sigmar Gude damit, dass Weiterlesen

Konzerthaus-Koller in München

Foto Elbphilharmonie

So eine prominente Kostenexplosion wie die Hamburger Elbphilharmonie hat München bislang nicht zu bieten – aber das kann sich ändern.

Während viele Leute zustimmen, wenn es gegen neue Möbelmärkte oder Shopping-Center geht, vergessen selbst intelligente Menschen zeitweilig das Denken und verfallen in kollektive Hysterie, wenn die Hochkultur betroffen ist: Ein Konzerthaus für München! Und bitteschön keinen Neubau im Gewand des Gasteig-Kulturzentrums, wie er nun geplant ist, sondern einen eigenständigen Neubau! Das fordern gleich reihenweise Autoren der Süddeutschen Zeitung, aber auch Ursula Baus in frei04 oder Nikolaus Bernau in der Berliner Zeitung. Dabei sind sich viele Experten in der Analyse der aktuellen Pläne einig: Beispielhaft schilderte Gottfried Knapp in der Süddeutschen Zeitung, dass die Philharmonie im Gasteig eigentlich exzellenten Bauten wie Scharouns Berliner Philharmonie ähnelt, weil hier wie dort die Anordnung der Publikumsränge an Weinberge erinnert. Nur leider Weiterlesen