Bauverbot-Presseschau von FAZ bis Neues Deutschland

Presseartikel im Überblick

Wie oft mag es vorkommen, dass bei einem Buch sowohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung als auch neues Deutschland lobende Worte finden? Beginnen wir einen Streifzug durch neue Besprechungen (als Fortsetzung der ersten Presseschau) mit der FAZ: „Gute Argumente“ sieht Arnold Bartetzky im Bauverbot-Buch, und fasst in rasanter Dichte viele Fakten und Beispiele gegen Neubau zusammen. Weniger überzeugen kann ihn aber, dass es auch gegen Neubau auf Brachen in wachsenden Städten geht. Bartetzky lobt den „leichtfüßigen Stil“ und den „Charme und Humor“, mit dem das Buch für die Ideen zur Neubauvermeidung wirbt. Diese jedoch, so schreibt er bedauernd, werden sich wohl kaum durchsetzen, denn „die Interessenallianz von Baulobbyisten“ sei zu stark. (Die Besprechung ist eigentlich nicht direkt im Internet verfügbar, doch aufgrund einer Kooperation der FAZ mit einem Online-Buchhändler lesen Sie die komplette Rezension auf dieser Seite.)

Auch neues Deutschland widmet sich den Vorschlägen, die Neubau überflüssig machen, und Autor Nicolas Šustr urteilt, dass manche davon „eher im Bereich der Utopie liegen, andere jedoch durchaus bewährte Praxis sind und sich auch in Berlin mit gutem Willen schnell umsetzen ließen.“ Als Beispiel nennt er Umnutzung, Umbau und Wohnungstausch und zitiert aus der auf eine Buchvorstellung am 29.09. folgenden Podiumsdiskussion Danny Freymark von der CDU, der beklagt, „dass das vom Abgeordnetenhaus geforderte Programm für Wohnungstäusche bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften nie angelaufen ist.“ An einen anderen konkreten Vorschlag knüpfte bei der Diskussion Katalin Gennburg von der Linken an, die – so das nd weiter – „die konsequente Anwendung des Wohnraumzweckentfremdungsgesetzes“ forderte, und auf „Zweit-, Dritt-, Viert- und Fünftwohnungen“ hinwies.

Die gleiche Veranstaltung in Berlin, über die das nd berichtete, war Anlass für einen Vorbericht der Märkischen Oder-Zeitung. Darin verweist Maria Neuendorff auf die im Buch angeführten Zahlen, denen zufolge in den vergangenen zwanzig Jahren die Wohnfläche in Berlin „von 33 auf 41 Quadratmeter gestiegen“ ist. Und darum plädiere der Autor dafür, „die gestiegenen Platzansprüche zu hinterfragen und über alternative Wohnformen wie Mehrgenerationshäuser nachzudenken“, heißt es in dem Bericht. Damit sind wir bei der Suffizienzdebatte, die auf die Effizienzdiskussion folgt, schreibt Armin Scharf auf EnBauSa.de. Er zitiert aus dem Buch, dass wir jedes Jahr eine Stadt so groß wie Bonn neu bauen, bei stagnierender Einwohnerzahl. Was besser wäre, formuliert Armin Scharf so: „Den Bestand zu erhalten und aufzuwerten, wird unter dem Blickwinkel der Suffizienz von der Option zur Pflicht. Und weil damit auch gewachsene Strukturen erhalten werden, tun wir so auch noch etwas für die Wirtlichkeit der Städte, Orte, Dörfer anstatt sie immer weiter auseinanderzudividieren und gesichtsloser zu machen. Nicht nur Architektur und Bautechnik kann suffizient sein, auch die Städteplanung“ (mehr hier).

Um das zu erreichen, muss noch einiges geschehen. Und so schreibt Frank Tetzel auf FAIReconomics: „Vielen Politikern wird dieses Buch nicht gefallen, weil sie tradierte Denkweisen verlassen müssten, um die Argumente Fuhrhops nachzuvollziehen. Bei vielen Bürgern indessen wird es Anklang finden. Die Bürgerinitiativen zum Erhalt des Tempelhofer Feldes in Berlin sind ja auch entstanden, weil die planlose Planpolitik der öffentlichen Hand vielfach auf Misstrauen und Ablehnung trifft.“

Die letztgenannte Rezension findet sich hier, und einen Überblick sämtlicher Pressestimmen zum Bauverbot-Buch gibt es auf meiner Webseite. Am Sonntag, den 25. Oktober um 11.04 Uhr stelle ich mich „Fragen an den Autor“ auf SR2.

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