„Kein Stadtviertel wird zurückgelassen“ im Diercke Geographie-Lehrerband… und wo zu viel gebaut wird

Cover Lehrerband

Zwei Meldungen zur regionalen Ungleichheit, zur Spaltung in boomende und schrumpfende Regionen: Der Diercke-Verlag, bekannt durch den Atlas, hat jetzt in seinem Geographie-Lehrerband einen Text von mir nachgedruckt, der in der taz zur Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten erschienen war: „Kein Stadtviertel wird zurückgelassen“ vergleicht Wahlergebnisse in einst industriell geprägten Gegenden in den USA rund um Detroit mit denen in Mannheim und Pforzheim bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg 2016. Meine These: Wenn Stadtviertel und Regionen zurückgelassen werden und sich die regionale Ungleichheit erhöht, stärkt das populistische Parteien. Manche Ergebnisse der Bundestagswahl haben das deutlich bestätigt.

Was hilft den schrumpfenden Gegenden, den Kleinstädten und dem Land? Dazu Weiterlesen

Interview zu „Verbietet das Bauen“ im BUND-Jahrbuch „Ökologisch Bauen und Renovieren“

Cover Jahrbuch

244 Seiten umfasst das neue Jahrbuch 2018 Ökologisch Bauen und Renovieren vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), auf 8 Seiten findet sich ein Themenschwerpunkt zu Ökobilanzen: Mit dem Beispiel eines Strohballenhauses , mit Grundlagen der dreistufigen Energiebilanz und einem Rechenbeispiel, das auch in Kapitel 6 von „Verbietet das Bauen“ zu finden ist, und dazu passend mit einem Interview mit Daniel Fuhrhop zu den Reaktionen auf die Bauverbot-Thesen.

Mehr zum Jahrbuch Weiterlesen

Beitrag gegen Neubau in der „Huffington Post“

Screenshot HuffPost

Das Semester beginnt, Studierende suchen Wohnungen, aber hilft dabei Neubau? Wohl kaum, wenn man ihn genauer anschaut, die bodentiefen Fenster und die Überwachungskameras – dies und mehr nun im Artikel von Daniel Fuhrhop in der HuffingtonPost.
Meine Texte im Überblick auf der Webseite.

Perspektiven einer Willkommensstadt – Beitrag im Tagungsband „Zukunft Migration“

Cover Buch Zukunft Migration

„„Wir müssen jetzt schnell, viel und billig neu bauen“ heißt es seit dem Zuzug vieler Flüchtlinge im Herbst 2015. Zweifellos ist es eine Herausforderung für alle Städte, Flüchtlinge gut unterzubringen. Aber wenn wir nun über langfristige Lösungen nachdenken, mit denen Integration gelingt, dann sicher nicht mit massenhaftem Neubau von großen Siedlungen nur für Flüchtlinge. Das zeigt ein Blick in die Geschichte.“

Mit diesen Worten beginnt mein Beitrag „Perspektiven einer Willkommensstadt“ in dem Band „Zukunft Migration“, einer Tagungs-Dokumentation der Robert Jungk Bibliothek für Zukunftsfragen, veröffentlicht in deren JBZ Arbeitspapieren Nr. 37. Die Tagung hatte am 1./2. Dezember 2016 in Salzburg stattgefunden, und ähnlich wie bei meinem Vortrag dort schaut auch der Text im nun veröffentlichten Buch auf zwei historische Epochen: Die Nachkriegszeit mit über zwölf Millionen Deutschen, die als Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten Europas zuwanderten – und die 1960er Jahre mit den damals bezeichnenderweise so genannten „Gastarbeitern“. Ein Fazit: Weiterlesen

Leserbrief zu Wohnungstausch in der Immobilien Zeitung

Immobilien Zeitung Ausschnitt

Und die Erde bewegt sich doch: Zwar scheint es manchmal, als lasse das Dogma des Neubaus keinen Platz für Ideen, mehr Wohnraum in Altbauten zu mobilisieren – doch nun bieten Handlungen und Forschung Anlass zur Hoffnung. Um es von hinten zu erzählen, ist das Thema dieses Blogbeitrags ein Leserbrief in der Immobilien Zeitung, in dem ich ein Beispiel für gelungenen Wohnungstausch bei der Wohnungsgesellschaft in Herford schildere. Das richtet sich gegen eine etwas abschätzige Bemerkung in einem ansonsten sehr lesenswerten Artikel in der Weiterlesen

Die Bücher sind da – Feier für 100 arabische Bücher für die Stadtbibliothek Oldenburg

Regal

Neugierige Blicke fallen auf das Regal mit den ersten arabischen Büchern, und kurz danach geht es los mit dem Entleihen. Foto: Stadtbibliothek Oldenburg.

Es ist geschafft: die ersten 66 arabischen Bücher stehen in der Stadtbibliothek Oldenburg und können entliehen werden, frei nach dem Motto „die Muttersprache pflegen und dadurch auch Deutsch besser lernen“, denn diesen Zusammenhang haben Sprachwissenschaftler herausgefunden.

Die Nord-West-Zeitung hat hier berichtet.

Bilder früherer Aktionen finden Sie, indem Sie auf der Webseite Weiterlesen

Bauwut-Bilanz vor der Bundestagswahl

Logo Wahl und Bauverbot

Was hat die vergangene Parlamentsperiode beim Bauen und Wohnen gebracht – besseren Schutz von Altbauten, stärkere Förderung von Umbau, klare Ideen für weniger Flächenverbrauch etwa durch Wohnungstausch, Umzugsprämien und ein Programm für gemeinschaftliches Wohnen? Ach nein, das alles fehlt, stattdessen ging es Schlag auf Schlag mit Gesetzesänderungen für mehr Bauwut. Der Zuzug vieler Flüchtlinge bot den Anlass, §246 des Baugesetzbuches vorerst bis 2019 zu ändern: Nachbarrechte werden beim Bau von Unterkünften eingeschränkt, und das Bauen für Flüchtlinge wird fast überall möglich (siehe Willkommensstadt-Buch, Seite 43 ff.).

Dann kam der Doppelschlag für mehr Neubau vor den und in den Städten – nach der Änderung des §13 b durch die große Koalition darf nun im sogenannten Außenbereich schneller gebaut werden, und die neuen „urbanen Gebiete“ sollen das Verdichten (sprich: Zubauen) innerhalb der Stadtgrenzen erleichtern (mehr dazu hier auf dem Blog).

Immerhin ein Übel ist uns bislang erspart geblieben, es gibt Weiterlesen

Hausbau ohne Geld: Ist es wieder so weit?

Postbank Werbung

Neulich prangte in der Postbank Oldenburg eine Werbung , die Hauskauf auch ohne Eigenkapital (!) anbietet. Das passt zum Jubiläum zehn Jahre Finanzkrise 2007, die nicht zuletzt durch unzählige Hauskredite an Leute ohne Geld entstand. Wer sich wundert, dass die einst so seriöse Postbank derart wirbt, der sei daran erinnert, dass sie mittlerweise Weiterlesen

Die „Süddeutsche Zeitung“ und eine vermeintlich egoistische Bürgerinitiative aus Bremen

Streithammel Skulpturen

„Streithammel“ heißen diese Skulpturen von Peter Lehmann. Foto: Daniel Fuhrhop.

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung attackiert eine Bremer Bürgerinitiative pro Grün: Schon der erste Satz wirft das Neubaudogma in den Raum und lautet „Bremen braucht dringend neue Wohnungen“ – der Höchststand der Einwohnerzahl lag aber 1969, damals lebten 50.000 mehr Menschen in Bremen als heute in vermutlich erheblich weniger Wohnungen! Und schließlich, um mit einem Zitat aus dem Willkommensstadt-Buch zu argumentieren: „Ist es wirklich egoistisch, wenn Nachbarn sich für Bäume einsetzen, für einen Pfarrgarten oder einen Park? „Im Gegenteil: Wir Bürgerinitiativen sind wie Feuermelder, wir schlagen Alarm, wenn es brennt“, sagt Gerlinde Görbe von der Bürgerinitiative Grüne Schumannstraße“ (Seite 43).

Zum SZ-Artikel geht es hier, zur Webseite der BI „Grünes St- Magnus“ hier.

Interview im Ratgeber „Nachhaltig wohnen“

Cover des Buches

Der Ratgeber mit 128 Seiten etwa im A5-Format würde ohnehin zu diesem Blog passen: Es geht um Energiesparen im Haushalt, nachhaltige Möbel und Tapeten, Putzmittel und Modernisierung. In „Nachhaltig wohnen“ gibt Autor Peter Carstens zwar auch einige Tipps zu ökologischen Bauweisen und Dämmstoffen, doch der Schwerpunkt liegt auf wohnen und instandhalten, modernisieren und renovieren. Der Hinweis an dieser Stelle hat allerdings noch einen zusätzlichen Anlass: es gibt eine Doppelseite Interview mit Daniel Fuhrhop dazu, warum Weiterlesen

Immobilienkonzern und Architektenkammer gegen „Verbietet das Bauen!“

Ziegelmauer

Ein Nachtrag von vor der Sommerpause mit einem Text von starken Partnern mit schwachen Argumenten, der nicht überraschen kann: Wen wundert es, wenn sich der Immobilienkonzern Vonovia gegen das Buch „Verbietet das Bauen!“ wendet, ein Unternehmen mit 400.000 Wohnungen, die überwiegend früher Bund oder Ländern und Städten gehörten und dann privatisiert wurden (diese Privatisierung kritisiert das Bauverbot-Buch auf Seite 53 ff.). Und wenig überraschend ist es auch, dass sich mit Paul Lichtenthäler der Pressesprecher der Bundesarchitektenkammer gegen die Bauverbot-Thesen stellt; etwas verwunderlich ist es höchstens, dass er dies in einem Vonovia-Magazin tut und damit den Eindruck einer fragwürdigen Allianz erweckt.

Mit den Scheinargumenten seines Textes geht es wie mit dem Scheinriesen Turtur, dem Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer begegnen: je näher man sie betrachtet, desto kleiner werden sie. So beklagt Lichtenthäler im Vonovia-Magazin, Gegnerschaft zum Neubau zwinge Bauwillige nach draußen, wo sie „Landschaft zersiedeln, mehr Auto fahren und mehr Wohnfläche haben als drinnen“. Schön formuliert, aber genau darum Weiterlesen

Mein erstes Stadtwandel-Heft: „Wohnwege“ Neuelandstraße Bremerhaven

Cover Stadtwandel-Heft

Das Titelbild zeigt den Blick auf die Wohnwege und ihre schützende Glashaut, die Heftrückseite zeigt, wie weit sie von der Fassade abgerückt sind. Die Fotos des Projekts stammen von Bernd Perlbach.

Der Titel dieses Beitrags mag diejenigen verwundern, die meine Zeit als Architekturverleger kennen. Und es stimmt doch: Nach über zweihundert Publikationen des Stadtwandel Verlags von der Gründung 1998 bis zum Verkauf 2013 habe ich nun erstmals selbst einen Text für ein Heft geschrieben. Es erscheint in der Reihe „Stadt im Wandel“ im gleichen Verlag wie die anderen, nur dass er seit 2013 zur Verlagsgruppe Schnell + Steiner gehört. Das Projekt gefiel mir so außerordentlich gut, dass ich mich ihm persönlich widmen wollte – ein Umbau von Nachkriegsbauten in der Neuelandstraße in Bremerhaven, betitelt „Wohnwege für neue Nachbarschaft“.

Aufmerksame Leser erinnern sich an ein andere Projekte der Städtischen Wohnungsgesellschaft Stäwog Bremerhaven, die im Buch „Verbietet das Bauen!“ in Kapitel 6 geschildert werden: Die Weiterlesen

Unersättliche Center Teil 2 – Die nächsten sieben Millionen

Schlosshöfe Oldenburg

„Wer glaubt, man könne mit Centermachern einen Kompromiss finden, dem sei folgende Nachricht eine Lehre“ – so begann vor drei Jahren ein Beitrag auf diesem Blog, der darlegte, wie die ECE-Schlosshöfe entgegen ursprünglicher Absprachen den Saturn-Elektromarkt vom anderen, nördlichen Ende der Innenstadt abwarben, und wie die lokale Politik das erlaubte. Schon damals war dadurch die Verkaufsfläche im Center-Untergeschoss erweitert worden, weil dort die Mall verschwand und der Saturn-Markt nun die volle Breite einnimmt. Doch scheinbar war das nicht genug, um das schwächelnde Center flottzukriegen, und jetzt ist es wieder so weit: Die Centermacher wollen mehr, und zwar Weiterlesen

100 arabische Bücher für die Stadtbibliothek Oldenburg

Foto leeres Regal

Um das noch leere Regal gruppieren sich (von rechts nach links): Heike Janssen, Leiterin der Stadtbibliothek Oldenburg, Daniel Fuhrhop als Initiator der Aktion, Helga Wilhelmer und Rima Chahine vom Vorstand der Deutsch-Syrischen Gesellschaft Oldenburg sowie Johann Fischer, Vorstand des Freundeskreises der Stadtbibliothek. Foto © A. Simon.

Es ist zwar auch ein Bericht in eigener Sache, wenn es hier um die Aktion geht, 100 arabische Bücher für die Stadtbibliothek Oldenburg zu finanzieren, aber bevor dazu gleich mehr Informationen folgen, erst ein inhaltliches Vorwort (wer sofort ein Buch spenden möchte, sollte von hinten lesen). Denn es gibt durchaus einen Zusammenhang zu meinen eigenen Büchern als Autor – natürlich zu „Willkommensstadt. Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden“, aber sogar zu „Verbietet das Bauen!“ Man muss an den Herbst 2015 denken, als nach dem Zuzug vieler Flüchtlinge viele Städte nun erst recht wie wild losbauten, und mithilfe der Sondergesetzgebung des geänderten § 246 des Baugesetzbuches manche sogar in Landschaftsschutzgebieten bauen wollten, etwa Hamburg am Öjendorfer Park, wie im ersten Kapitel der „Willkommensstadt“ geschildert. Inzwischen übrigens werden zwar in Hamburg, den Bürgerinitiativen sei Dank, keine Großsiedlungen für dreitausend und mehr Flüchtlinge gebaut, aber in einer nun fertiggestellten Siedlung in Jenfeld wohnen zumindest achthundert Flüchtlinge, wie die taz beschreibt. Da inzwischen weniger Flüchtlinge ankommen, werden andernorts manche der Wohnungen bereits Weiterlesen

„Willkommensstadt“ jetzt bundespolitisch

Zwei Buchcover Willkommensstadt

Neben der nach wie vor erhältlichen Ausgabe von „Willkommensstadt“ im oekom Verlag (links) gibt es nun eine der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat beim oekom Verlag die Lizenz erworben für eine eigene Ausgabe von „Willkommensstadt. Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden“. Da sie dies nur bei Büchern einer gewissen politischen und gesellschaftlichen Bedeutung macht, kann man das als besondere Würdigung verstehen. Das freut mich umso mehr, als ich zugegebenermaßen ein wenig gezögert hatte, über Flüchtlinge und ihr Wohnen zu schreiben. Zuviel negative Äußerungen kommen zu diesem Thema, und daher rührte meine Absicht, ein Buch mit „Geschichten des Gelingens“ zu schreiben, um eine Formulierung von Weiterlesen

Postwachstumspolitiken

Cover Buch Postwachstumspolitiken

Was nach dem Wachstum der Städte kommt, kann man sich bildlich vorstellen: Keine neuen Häuser, das bedeutet alte Häuser zu pflegen und grüne Wiesen zu bewahren. Doch wie sieht die ganze Wirtschaft ohne (oder nach dem) Wachstum aus? Welche Wege führen zur „wachstumsunabhängigen Gesellschaft“? Die Vorstellungen dieser Wege unterscheiden sich und manche verschwinden in einem Nebel diffuser Ideen. Einen klaren Blick ermöglichen möchte das Buch „Postwachstumspolitiken“, in dem sich auch ein Beitrag von Daniel Fuhrhop dazu befindet, wie ein Bauverbot konkret aussehen würde; dazu später mehr.
Freundlich gesagt vereint das Buch eine Vielfalt von Beiträgen zu Postwachstum, zu den Möglichkeiten und Grenzen einer entsprechenden Politik und zu übergreifenden Debatten. Kritischer ausgedrückt unterscheiden sich die 22 Texte derart in ihren Sichtweisen und Disziplinen, dass wohl kaum jemand von allen gleichermaßen profitieren wird. Darum sei im Folgenden eine persönliche Auswahl von Beiträgen skizziert, durch die bereits Weiterlesen

Bürgerentscheid zur Erbasiedlung Erlangen

Screenshot BI Erbasiedlung

Webseite der Bürgerinitiative für den erhalt der Erbasiedlung.

Sanierung lohnt nicht! Sanierte Altbauten würden bis zu 14 Euro den Quadratmeter kosten! Reißt den alten Kram ab! Das sind Argumente der Abrissbefürworter, die in Erlangen acht Häuser der Erbasiedlung beseitigen möchten, die als Werkswohnungen Anfang des vorigen Jahrhunderts entstanden. Für ihre Häuser kämpfen dagegen Bewohner und andere in einer Bürgerinitiative, die zumindest eines schon erreicht hat: Die Bürger in Erlangen dürfen abstimmen, und zwar am Sonntag, den 7. Mai 2017.

Zuvor hatte der Protest bereits einen anderen Erfolg: Die Weiterlesen

Wechsel beim Deutschen Architektenblatt

Cover Deutsches Architektenblatt und Buch

Der langjährige Chefredakteur des Deutschen Architektenblatts, Roland Stimpel, verlässt diese Position – ein Gespräch mit ihm über Bauen und Nichtbauen gab es hier auf diesem Blog. Ab Mai wird Brigitte Schultz Chefredakteurin; von ihr stammt das Buch „Was heißt hier Stadt?“, den Leserinnen dieses Blogs bekannt durch eine Rezension.
Beiden alles Gute wünscht Daniel Fuhrhop.

„Infrastrukturen des Glücks“ in Bremen, dann nach Bayreuth, Matrei am Brenner und Stuttgart

Foto Daniel Fuhrhop

Wie man sieht, war das bei den Grünen, auf dem Kongress „Grüner Wirtschaften“ im März 2017. Foto c Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen.

Im Mai stehen vier Vorträge an, und der erste in Bremen kommt nicht allein: nach dem Auftakt des Stadtkongresses Infrastrukturen des Glücks am Freitag den 5. Mai (Kurzvorträge und Diskussion) gibt es am Samstag den 6. Mai einen Workshop zusammen mit Adrienne Goehler zum „Anders- und Neudenken über die Zukunft der Stadt“.
Mitte Mai folgen drei Auftritte kurz nacheinander: in Bayreuth geht es am Donnerstag den 18. Mai auf Einladung des Klimaschutzmanagements um Flächenverbrauch, in Matrei am Brenner kommt Samstag 20. Mai ein Vortrag „Besser Umbauen ohne Neubauen“ auf dem Symposium „Altes Wissen – Neues Bauen / Realität und Potenzial“, und in Stuttgart gibt es am Montag den 22. Mai eine Podiumsdiskussion „Stein auf Stein, das muss nicht sein“ zu Nachhaltigkeit in der gebauten Umwelt. Alle Details und Links auf meiner Webseite – wir sehen uns!

Gegen Abriss in München

Flyer Sailerstraße

Ausschnitt eines Flyers der Münchner Altstadtfreunde zum drohenden Abriss.

Wenn Häuser zwar unbestreitbar einen historischen Wert haben, aber nicht denkmalgeschützt sind, kann es manchmal schnell gehen – das droht jetzt in der Münchner Sailerstraße. Die Altstadtfreunde München engagieren sich gegen den drohenden Abriss mit einer Petition an den bayrischen Landtag und mit vielen Briefen und Gesprächen mit Denkmalpflegern, doch derzeit sieht es nicht gut aus. Mehr dazu bei den Altstadtfreunden in diesem Bericht, in der Abendzeitung und aktuell unter anderem in der Süddeutschen Zeitung.
Das Bild oben ist ein Ausschnitt eines Flyers, hier kommt er komplett: Weiterlesen

Berichte zu Bauverbot & Vorträgen in Westfalen und der Lausitz, in Schrot & Korn und dem Bodo Straßenmagazin

Pressecollage

In zwei monatlichen Magazinen, drei Tageszeitungen und auf einer Webseite erschienen in den letzten zwei Wochen Berichte zu Bauverbot-Vorträgen oder Interviews mit Daniel Fuhrhop. Um diesen Blog nicht zu überfrachten, stehen alle Links ansonsten auf der Presse-Seite meiner Webseite, wo es auch Termine, Texte und Fotos gibt, aber hier nun der aktuelle Überblick. Beginnen wir mit der jüngsten Meldung in der Lausitzer Rundschau nach einem Vortrag in Cottbus: Ein idealer Ort für eine Diskussion um Nichtbauen, der die Stadt schrumpfte von 140.000 auf 100.000 Einwohnern, wie auch Weiterlesen

Grundstück in Potsdam zu verkaufen, Abriss vorausgesetzt

FH Potsdam und Landtag

Soll abgerissen werden: Nein, nicht der historisierende Landtag links, sondern die Fachhochschule rechts im Bild.

Sind Sie interessiert an der zentralsten Lage von Potsdam? Dann können Sie sich jetzt für ein Baugrundstück bewerben. Aber huch: da steht ja schon etwas! Eine Fachhochschule. Soll aber weg, soll abgerissen werden. Und dann steht da der Staudenhof mit über 180 Wohnungen. Einfache Wohnungen für wenig Geld, das erinnert an den Ruf nach „bezahlbarem Wohnraum“, der überall erklingt. Der gilt aber nicht für den Staudenhof. Zugegeben, die Stadt achtet bei den Bewerbungen für die zukünftigen Neubauten auf das beste Konzept, wie zum Beispiel die Immobilien Zeitung beschreibt. Es fällt aber auf, dass für diese Weiterlesen

Einmal Bauwut gestoppt, vielmals Bauwut gestartet: Zum Öjendorfer Park und zur Baurechts-Novelle

Foto Straße Haferblöcken

Nach der kleinen Straße „Haferblöcken“ wird auch das Baugebiet benannt, das östlich der bisherigen Wohnbauten am Öjendorfer Park entstehen soll – auf den Wiesen im Hintergrund, hier im Winterschnee.

Beginnen wir mit der aktuellen Geschichte, die vorerst gut endet: Vom Öjendorfer Park in Hamburg berichtet das erste Kapitel des Buches zur Willkommensstadt, denn dort planten Politiker aus Land und Bezirk, im Landschaftsschutzgebiet zu bauen – über den Umweg der geänderten Baugesetze für Flüchtlingsunterkünfte. Nun ist es nicht einfach für die Bürger, sich dagegen zu wehren, ohne in die Ecke jener gestellt zu werden, die generell gegen Flüchtlinge sind. Darum schildert das Buch den Zwiespalt, in dem die Hamburger sich befinden, und erzählt, wie sich gleich ein Dutzend Bürgerinitiativen in verschiedenen Stadtvierteln gründeten, meist unter Doppelbezeichnungen wie im Untertitel „Für Integration – gegen die Bebauung des Öjendorfer Parks“ der BI „natürlich mittendrin“. Übrigens habe ich mich in der Recherche für das Willkommensstadt-Buch mit Vertretern dieser und einer zweiten Bürgerinitiative am Öjendorfer Park getroffen, weil auch ich misstrauisch war und verschiedene Presseberichte gelesen hatte. Mein persönlicher Eindruck in diesen Gesprächen war, dass zumindest diese Anwohner abgewogen urteilen und sich tatsächlich für Integration, aber gegen Neubau im Park wenden. Nun zum Aktuellen: Noch bevor die Rechtslage endgültig geklärt ist, ging es vor kurzem los, Bagger fuhren und Bäume wurden gefällt, wie Weiterlesen

Bauverbot-Diskussion auf Xing-Klartext

screenshot Xing Klartext

Screenshot zur Diskussion bei „Xing Klartext“.

Zu meinen Thesen aus „Verbietet das Bauen!“ diskutieren jetzt die Leser von Xing Klartext hier.

Außerdem sind zwei Auszüge der Willkommensstadt in der Huffington Post erschienen, einer zur Geschichte von Sandra Klusmann, einer zu den Alternativen für Neubau, ein dritter folgt.

„Zukunftsfähiges Deutschland“ mit eingesparten Neubauten

Cover Bücher und Magazin Zukunftsfähiges Deutschland

Dreimal „Zukunftsfähiges Deutschland“: Links die ursprüngliche Studie von 1996, rechts die gründlich neu durchdachte Studie von 2008, und in der Mitte das Magazin, von dem dieser Blogbeitrag berichtet.

Wie es aussehen könnte, das „zukunftsfähige Deutschland“, untersuchte 1996 und erneut 2008 in zwei Studien das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie. Wie steht es zwanzig Jahre später? Wie weit sind wir den Weg gegangen, oder von ihm abgekommen? Was ist zu tun, damit auch in Zukunft Weiterlesen

Cities: Brennpunkte der Menschheit

Buchcover

Natürlich schaut man bei einem so prächtigen Bildband erstmal nicht auf die Texte, sondern auf die 130 Satellitenbilder. Sie zeigen Städte von oben, meist großzügig auf Doppelseiten, und verführen zum Raten: Ist das nicht… Barcelona? Paris? Diese dichtbebaute Stadt, müsste das nicht eine der chinesischen Metropolen sein? Und jenes regelmäßige Raster, sollte es etwa zu einer US-amerikanischen Großstadt gehören, und wenn ja, zu welcher?
Schon beim Betrachten der Bilder kommt dann allerdings zum Staunen ein gewisses Befremden hinzu. Etwa bei den endlosen Reihen der Bungalows in der amerikanischen Rentnerstadt Sun City. Sie ergeben zwar ein wunderschönes Muster, aber zugleich wirkt ihr Satellitenbild wie aus einem Lehrbuch zur Zersiedelung der Städte, als Beispiel dafür, wie Städte sich nicht entwickeln sollten. Man sieht, wie die Menschen die Erde verändert haben, und erkennt den ökologischen Fußabdruck oder „human footprint“, wie ein früherer Bildband derselben Herausgeber betitelt war. Und dieses Verständnis dafür, was die Bilder verraten, wird erheblich vertieft, wenn man dann doch Weiterlesen

Rückblick auf Stuttgarter Bauverbot-Diskussion

Bild Diskussionsteilnehmer

Im Gespräch (v. li.): Detlef Kron (Stadt Stuttgart), Frank-Peter Unterreiner (Immobilienbrief Stuttgart), Daniel Fuhrhop, Moderatorin Insa Lüdtke, Helmuth Caesar (SWSG), Architektin Ute Michaelsen, Thomas Kiwitt (Verband Region Stuttgart), Evmarie Zell (Kubus 360). – Foto: 360Akademie/Enders.

Es war nicht jeder der Architekten und Planer einverstanden mit den Bauverbot-Thesen, und die Wohnungswirtschaft ebensowenig – soviel in Kürze zur Diskussion bei der 360Akademie in Stuttgart; ausführlicher der Rückblick von Insa Lüdtke jetzt im Magazin Treffpunkt Kommune.

Neubau entwertet Sanierungen

Immobilien Zeitung Collage

Es ist kaum verlässlich zu sagen, wie hoch die Sanierungsquote in Deutschland ist, und ebenso knifflig sind korrekte Zahlen für Energieausweise – mit diesen Themen beschäftigten sich mehrere Artikel in der Immobilien Zeitung der ersten Februarwoche. Am Rande wurde erwähnt, dass die Energie zur Erstellung aller Neubauten, also zum Bauen selbst, in Berechnungen des Bundesbauministeriums gar nicht auftaucht. Effizienz wird erforscht, Suffizienz vernachlässigt – zu diesen Fragen erschien nun von mir unter dem Titel „Neubau entwertet Sanierungen“ ein Kommentar in der Immobilien Zeitung .

Überblick weiterer Texte von mir auf meiner Webseite.
Auf diesem Blog gibt es zum Thema Suffizienz zwei Berichte von Tagungen, und zwar unter dem Titel Weniger zum db-Suffizienzkongress, sowie zur Veranstaltung Mehr… durch weniger der Architektenkammer Rheinland-pfalz . Zu Suffizienzpolitik finden Sie eine Besprechung des Buches Damit gutes Leben einfacher wird von Angelika Zahrnt und Uwe Schneidewind.
Im Buch „Verbietet das Bauen!“ geht es in Kapitel 2 um scheinbar ökologisches Bauen, Kapitel 6 zeigt beispielhaft eine ganzheitliche Energiebilanz von Sanierung vs. Neubau, und Kapitel 9 widmet sich dem Umbauen – mehr dazu hier.

Das „Wir“ in der Willkommensstadt

Cover verschiedener Bücher

Das Willkommensstadt-Buch mit den wichtigsten als Referenz dienenden Büchern; es fehlt allerdings „Kalte Heimat“ des Historikers Andreas Kossert zur Geschichte von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg.

Zum Willkommensstadt-Buch erschien auf dem Blog „Wem gehört die Welt?“ eine Rezension von Elisabeth Voß, die einige interessante Fragen stellt. Auch oder gerade weil sich die politischen Ansichten des Autors dieser Zeilen in mancher Hinsicht von denen der Rezensentin unterscheiden, lohnt es, sich mit der Kritik auseinanderzusetzen, angefangen mit der Frage aus der Rezension, wer eigentlich mit dem „Wir“ gemeint ist, das in dem Buch so oft genannt wird. Denn in der Tat plädiere ich unter anderem dafür, „dass „wir“ zusammenrücken, Leerstand und individuelle Wohnflächen einschränken, damit ausreichend Wohnraum für alle entsteht“, wie die Rezensentin zusammenfasst. Selbstkritisch sei zugegeben, einige „Wirs“ hätten aus stilistischen Gründen wegfallen können; andererseits schießt die Rezensentin übers Ziel hinaus, wenn sie mutmaßt, das „Wir“ könne Weiterlesen

XXXL-Bauwut, zum Beispiel in Gera

Tisch

Da freuen sich alle um die Wette: Endlich soll man auch in Gera Möbel einkaufen können, auf insgesamt 36.000 neu zu bauenden Möbelmarkt-Quadratmetern in einem XXXL-Lutz und einem Mömax. Auf dem Foto in der Ostthüringer Zeitung sieht man die Bürgermeisterin Viola Hahn mit dem Expansionsleiter der XXXL-Gruppe und anderen freudig in die Kamera schauen, und da will auch die Zeitung selbst nicht zurückstehen und kommentiert, dass es nun gute Aussichten für Gera gebe. Schließlich wolle die XXXL-Gruppe über sechzig Millionen Euro investieren und über 200 Mitarbeiter beschäftigen, auf einem ehemaligen Kasernengrundstück nahe der Autobahnausfahrt Gera-Langenberg. Upps. Wer diese Zeilen liest und Gera kennt, wird nun aufhorchen. Einen Möbelmarkt nahe der Autobahnausfahrt Gera-Langenberg gibt es nämlich schon. Es geht um Möbel Rieger mit über 32.000 Quadratmetern, auf denen 150 Menschen arbeiten, wie zum Beispiel beim Besuch eines früheren Bürgermeisters zu lesen war. Was wohl aus diesen 150 Arbeitsplätzen wird, wenn einer der weltgrößten Möbelhändler gleich nebenan ein konkurrierendes Haus baut? Und was aus den Arbeitsplätzen in allen anderen Möbelläden in Gera wird, wenn hier ein XXXL-Möbelangebot dazukommt?
Nun soll die Politik natürlich nicht den einen Möbelhändler vor unliebsamer Konkurrenz des anderen schützen, doch sie soll durchaus Weiterlesen